Das Start-up hilft bei der Parkplatzsuche in der Großstadt. Mit insgesamt 13 Millionen Euro steht für die Münchener nun die Internationalisierung im Fokus.

Ordentlicher Nachschlag zum Abschluss: Cleverciti Systems hat nun die anvisierte Finanzierungsrunde in Höhe von knapp 13 Millionen Euro abgeschlossen. Bereits Ende Januar hatte das Münchener Start-up die ersten zehn Millionen Euro verkündet, jetzt komplettierte der Einstieg eines US-Investors die aktuelle Runde. Der im Silicon Valley ansässige Risikokapitalgeber The Westly Group beteiligt sich an dem Start-up, welches Produkte und Plattformen zum Erkennen von Parkplätten entwickelt und vernetzt.

Der neue Investor, der stark im Energie- und Transportsektor engagiert ist, soll dem Start-up auch Zugang zu Infrastruktur verschaffen. Strom- oder Lichtmasten sind wichtige Ankerpunkte für die Cleverciti-Sensoren, die von dort Parkplätze überwachen. Die etwas verzögerte Beteiligung an der aktuellen Runde erklärt Cleverciti-Gründer Thomas Hohenacker gegenüber WirtschaftsWoche Gründer mit einer besonders ausführlichen Recherche von The Westly Group: „Nachdem es für US-Investoren im Silicon Valley eher die Ausnahme ist, sich an deutschen GmbHs zu beteiligen, hat der gesamte Prozess bis zum Abschluss länger gedauert.“

Durchbruch dank Diesel-Krise

In Boston ist das System von Cleverciti bereits im Einsatz, in den USA sieht Gründer Hohenacker den größten Markt für das Start-up. In Chicago hat das junge Unternehmen bereits eine Tochtergesellschaft gegründet. Auch in Moskau und einem Shopping-Center in Dubai arbeiten die Sensoren bereits, ebenso in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston. Kairo, sowie Städte in Australien und Neuseeland folgen:  „Das Parkplatzproblem ist ein weltweites Problem“, sagt Hohenacker.

Doch auch auf dem Heimatmarkt sieht das 2012 gegründete Start-up großes Potenzial – auch dank Schützenhilfe aus der Politik: „In Deutschland ist bei den Städten das Bewusstsein, die Emissionen zu reduzieren, durch die Dieselaffäre extrem angestiegen“, sagt Hohenacker. Lösungen wie die eigene könnten dabei helfen: „Sobald die Fahrer in den Städten nicht mehr nach dem mittelalterlichen Glückprinzip durch die Stadt fahren, sondern in Real-Time Daten erhalten, mittels derer sie intelligente Entscheidungen treffen können, wird dies wesentlichen Einfluss auf den ‚blinden‘ Parksuchverkehr haben.“

Aktuell arbeiten 45 Mitarbeiter für das Start-up, zu dessen Investoren auch der deutsche Energiekonzern EnBW gehört. Neben dem Hauptsitz in München wird Neukirch am Bodensee am Produkt gebastelt.