Zwei zusätzliche Investoren führen eine 28-Millionen-Euro-Finanzierungsrunde an. Gemeinsam schielen Gründer und Geldgeber auf einen „Multimilliarden-Dollar-Markt“.

Eine Rolex für knapp 10.000 Euro, eine Breitling für 2600 Euro oder eine IWC für knapp über 4000 Euro: Kostspielige Uhren belegen die ersten drei Plätze der Bestseller des vergangenen Jahres von Chronext. Das 2013 in Köln gegründete Portal hat sich ganz dem Vertrieb von hochpreisigen Armbanduhren verschrieben. An das E-Commerce-Modell mit ergänzenden Shops in München, Köln, London und dem schweizerischen Zug glauben auch Risikokapitalgeber: Chronext kann jetzt eine Finanzierungsrunde in Höhe von 34 Millionen US-Dollar (umgerechnet etwa 28 Millionen Euro) verkünden.

Die bisherigen Investoren, Octopus Ventures, Partech Ventures und Capnamic stocken ihr Kapital dabei auf. Zusätzlich kommen zwei neue Geldgeber mit an Bord: Die Venture-Capital-Gesellschaft Endeit Capital, die unter anderem vom Contorion-Verkauf profitiert hat, sowie Tengelmann Ventures, führen die neue Runde an. Man freue sich darauf, die beiden Gründer bei der „Multimilliarden-Dollar-Chance“ zu unterstützen, die traditionellen Luxusuhren an neue Zielgruppen zu vertreiben, lässt sich Endeit-Partner Martijn Hamann in einer Pressemitteilung zitieren.

Trotz der hohen Preise hat sich das Portal bereits etabliert: Im vergangenen Jahr seien über die Plattform Uhren im Wert von 50 Millionen Euro verkauft worden, für das neue Jahr plane man mit knapp 110 Millionen Euro, verrieten die Gründer Philipp Man und Ludwig Wurlitzer gegenüber Techcrunch. Mit der Unterstützung der neuen und alten Geldgeber wolle man sich „in naher Zukunft zum größten Player auf dem Luxusuhrenmarkt entwickeln“.

Um das Ziel zu erreichen, sollen auch die USA und der asiatische Markt in der kommenden Zeit ins Visier genommen werden, berichtet das Handelsblatt (€). Nach eigenen Angaben arbeiten etwa 100 Mitarbeiter für das Unternehmen – einige davon sind Uhrmacher, die die teuren Uhren auf Echtheit überprüfen.