Chatbots werden zu unseren persönlichen Assistenten, meint Kolumnist Julian Heck. Sie liefern Nachrichten, buchen Reisen – und überweisen sogar Geld.

Mittwoch ist Kolumnentag bei WirtschaftsWoche Gründer: Heute ist Julian Heck an der Reihe. Er ist Journalist und auf medienjournalistische und digitale Themen spezialisiert und beleuchtet für uns die boomende FinTech-Branche.

Wir fragen, der Chatbot antwortet. Was vor einigen Jahren noch kurios war, ist heute schon Realität – wenn auch noch lange nicht ausgereift.

Chatbots werden für immer mehr Zwecke genutzt. Zum Beispiel im Bereich der Nachrichten, wie das neue Medien-Start-up Resi zeigt. Auf Nachfrage präsentiert die Software den Nutzern thematisch passende Nachrichten – „genauso, wie es ein Freund über WhatsApp machen würde“, wirbt das junge Unternehmen.

Besonders großes Potential haben Chatbots im Kundenservice. Ein Reiseportal könnte dem Nutzer im Chat passende Angebote liefern, ein Mobilfunkanbieter könnte auf Nachfrage das verbleibende Datenvolumen oder Einzelnachweise liefern. Chatbots simulieren ein Gespräch und ersetzen eine reale Person – und dürften damit auf Dauer für Unternehmen deutlich günstiger sein.

Das ist auch für die Bankenbranche interessant – nicht nur, um Produkte anzubieten. Denkbar wäre, dass Kunden nicht mal mehr eine App öffnen müssen, um etwa ihren Kontostand abzufragen, sondern im Facebook-Messenger den Chatbot um Auskunft bitten.

Aber dabei muss es nicht bleiben. Möglich ist auch, über einen Messenger einzelne Überweisungen oder Umsätze zu erfragen oder gar Geld zu überweisen – ohne die Bank zu besuchen oder sich auf der Banking-Seite anmelden zu müssen.