Vor einem Jahr war Celonis unser Start-up der Woche. Wir haben nachgefragt, wie es in den letzten Monaten für das Münchner Unternehmen lief.

Die Software von Celonis hilft Unternehmen dabei, große Datenmengen zu durchblicken und darzustellen und so eventuell vorhandene Probleme aufzuspüren. Mit dieser Idee konnte das 2011 gegründete Start-up bereits Kunden wie Siemens, Nestlé und RWE gewinnen – namhafte Investoren unterstützen das Münchner Unternehmen mit Millionensummen. Wie läuft es heute für die drei Gründer Martin Klenk, Bastian Nominacher und Alexander Rinke?

Die vergangenen zwölf Monate waren … ereignisreich, spannend und geprägt von Celonis’ Expansion in die USA, wo wir bereits innerhalb eines knappen halben Jahres namhafte Firmen wie Capgemini, Cisco Systems, 3M oder Adobe für unsere Process Mining Technologie begeistern und als Kunden gewinnen konnten.

Der größte Erfolg war … der Gewinn des EY Entrepreneur Of The Year 2016 Award. Verliehen wurde uns die renommierte Auszeichnung für unsere immense Wachstumsrate und Innovationskraft und ist damit nicht nur ein Beweis für die großartige Arbeit des gesamten Celonis-Teams, sondern auch ein wichtiger Meilenstein in unserer jungen Unternehmensgeschichte, der uns viele Türen geöffnet hat.

Die wichtigste Lektion war … dass Big-Data-Technologien in den USA viel Aufmerksamkeit bekommen und damit die Bedingungen für die Einführung unserer neuen Kategorie Process Mining sehr gut sind. Aber auch, dass eine individuelle Strategie für eine erfolgreiche Markterschließung unerlässlich ist: denn während europäische Unternehmen bei der Beurteilung unserer Software zunächst für deren technische Details interessieren, zeigen US-amerikanische Firmen hier mehr Tatendrang und möchten sie direkt in der konkreten Anwendung erleben.

Der Umsatz hat sich in den vergangenen zwölf Monaten … nahezu verdreifacht und beträgt nun über 20 Millionen Euro. Die Tatsache, dass unsere Process Mining Technologie mittlerweile in 25 Ländern und über 15 Industrien zum Einsatz kommt, spornt uns täglich dazu an sie immer weiter zu entwickeln, um den größtmöglichen Impact auf die Optimierung der Geschäftsprozesse von Unternehmen in der ganzen Welt zu haben.

Mit dieser Entwicklung sind wir … zufrieden und streben im nächsten Jahr mindestens die erneute Verdoppelung des gerade Erreichten an. Um diese Ambitionen zu realisieren, arbeiten wir kontinuierlich an der Weiterentwicklung unserer Technologie. Die neueste Erweiterung unserer Software, Celonis „Pi“ (Proactive Insights), kombiniert klassisches Process Mining mit Komponenten aus den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning. Nutzer unserer Technologie erkennen hierdurch per Knopfdruck nicht nur, wo in den eigenen Geschäftsprozessen Ineffizienzen bestehen, sondern auch hinter welchen Stellhebeln sich das größte Optimierungspotenzial verbirgt und wie es sich am schnellsten heben lässt.

Schwarze Zahlen schreiben wir … seit dem ersten Tag. Die Entscheidung nach 5 Jahren Bootstrapping nun Investoren an Bord zu holen haben wir also nicht getroffen weil wir frisches Kapital gebraucht hätten. Vielmehr wollten wir angesichts der rasanten Entwicklung von Celonis strategische Berater an unserer Seite wissen, die uns bei der Realisierung unserer Expansionspläne mit entsprechender Expertise unterstützen können. Mit Accel Partners und 83North (ehem. Greylock IL) haben wir uns schließlich für jene Investoren entschieden, die schon Tech-Firmen wie Facebook, Slack und Dropbox signifikant vorangebracht haben.

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich … mehr als verdoppelt und wächst stetig. Vor einem Jahr zählte Celonis knapp 70 Mitarbeiter. Mittlerweile ist konnten wir unser internationales Team auf über 160 Kollegen erweitern. Unser Ziel ist es bis 2020 weltweit 1.000 Celonauten zu beschäftigen. Um hierfür auch räumlich die besten Voraussetzungen zu schaffen, beziehen wir zum 01.07.2017 in unser neues 3.000qm großes Headquarter im Münchner Universitätsviertel.

Einen Exit planen wir … nicht wirklich. Allerdings streben wir den Börsengang im Jahr 2020 an. Unser Ziel ist dabei ganz klar die US-Technologiebörse Nasdaq.

Die größte Herausforderung in den nächsten zwölf Monaten wird… das Celonis-Team weiterhin mit herausragenden Talenten zu verstärken. Beim Recruiting konkurrieren wir mit Firmen wie Google und Microsoft um die besten Leute. Und genau die brauchen wir um Celonis zum weltweit erfolgreich agierenden Technologie-Unternehmen zu machen.

Redaktion: Kristin Schmidt