Das neueste Projekt des Company-Builder Makers heißt Cashout. Das Start-up will den Handel mit Währungen spielerisch vermitteln.

Die Idee zu seinem Start-up hatte John Krehbiel schon seit Jahren. Ein ehemaliger Mitbewohner hatte im Devisenhandel gearbeitet, Krehbiel wiederum war lange im Bereich Online-Gaming aktiv, so arbeitete er für den französischen Online-Poker-Anbieter Winamax.

Mit Cashout will er nun beides zusammenbringen: Das Start-up hat eine App entwickelt, die den Handel mit Währungen zum Spiel macht. Nutzer können mit virtuellem Geld handeln, nach der Beta-Phase startet die zunächst für iOS verfügbare App heute offiziell.

Viele Broker bieten zwar auch Simulationen, doch Krehbiel will sich durch einen spielerischen Ansatz abheben und so mehr Nutzer ansprechen. „Die Gamifizierung und der Wettbewerbscharakter unterscheiden uns“, sagt Krehbiel. „Wir bieten verschiedene Ranglisten und Möglichkeiten sich mit anderen zu vergleichen, das sind Elemente aus der Welt des Online-Gaming.“ Auch beim Vokabular verzichtet er wo es geht auf die Fachbegriffe der klassischen „Forex“ – also foreign exchange market – Anbieter.

Entstanden ist das Start-up vergleichsweise schnell und zufällig: Nachdem Krehbiel zuletzt einen Online-Handel mit Tee aus der Graviola-Frucht gegründet hatte, bewarb er sich vergangenen Herbst für eine Stelle beim Company-Builder Makers, zu dessen Portfolio der Preisvergleichsbetreiber Run a Shop oder das Fintech Cashboard gehören. Bei der Vorstellung kam das Gespräch auch auf die Devisenspiel-Idee und man beschloss, das Projekt gemeinsam zu starten.

Risiken des Devisenhandels oft nicht klar

Geld will das Start-up durch die Weiterleitung zu den Echtgeld-Händlern verdienen. Auch das Modell stammt aus der Welt des Online-Gaming, wo Anbieter mit kostenlosen Pokerschulen locken, um dann im nächsten Schritt an echten Einsätzen zu verdienen.

Allerdings warnen Experten immer wieder, Privatanleger sollten vom Devisenhandel die Finger lassen. Gerade durch komplexe Hebelprodukte drohen statt der erhofften Gewinne auch schnell große Verluste. Krehbiel ist die Problematik bewusst: „Bevor Leute ernsthaft handeln, sollen sie die Grundlagen lernen“, sagt der Cashout-Chef. Bei anderen Anbietern würden die Hebel und die damit verbundenen Risiken oft nicht klar. Auch hier will er sich unterscheiden: „Wir machen das sehr deutlich, damit die Nutzer den Umgang mit den Risiken lernen“.

Und dann gibt es noch ein anderes Element, das einerseits Geld bringen soll und andererseits erzieherisch wirken dürfte: Cashout-Nutzer erhalten zu Beginn ein virtuelles Spielgeld von 10 000 Dollar, das sie zu vermehren suchen. Wer sich verspekuliert kann dann für jeweils 4,99 Euro neues Spielgeld kaufen. Selbst bei mehrfacher Pleite sind die realen Verluste damit aber überschaubar.