Auf der Startcon erzählt Carsten Maschmeyer, worauf er als Investor achtet und gab Vertriebsnachhilfe in alter AWD-Manier.

Auf der Startcon, der größten Start-up-Konferenz NRWs, hielt Carsten Maschmeyer die Keynote. Auch sonst war die Konferenz mit Hans Sarpei und den Löwen Jochen Schweizer und Frank Thelen prominent besetzt. Parallel zu der Internetwoche in Köln fand die Konferenz erstmalig in der Domstadt statt und erreichte mit über 700 Anmeldungen eine Bestmarke. Zur Eröffnung am Morgen lagen noch einige Besucher in den Betten, aber als Carsten Maschmeyer gegen Mittag die Bühne betrat, strömten die Besucher in Massen ins allehrwürdige Gürzenich, in dem sonst die Karnevalssitzungen stattfinden.

Kai Thierhoff moderierte Carsten Maschmeyer mit den Worten Unternehmergröße und schillernde Persönlichkeit an. Denn sein Finanzberatungsunternehmen AWD machte Maschmeyer einerseits zu einem der reichsten Menschen Deutschlands. Andererseits werden mit AWD auch kontrovers diskutierte Geschäftspraktiken assoziiert. Heute ist Maschmeyer als Berater, Autor und Investor – auch in Start-ups – tätig.

Auf der Startcon tauchte seine Keynote fälschlicherweise im Programmheft als KeyNOT auf. „Die meisten laden mich ein, weil sie hoffen, dass ich meine Frau Veronica Ferres mitbringe“ – startete Maschmeyer seine Rede und hatte damit schon die ersten Lacher auf seiner Seite. Dann erzählt er von seiner Kindheit, wie er ohne Vater als Schlüsselkind in einem Mutter-Kind-Heim aufwuchs. Anerkennung habe er sich im Sport als Mittelstreckenläufer gesucht.

Wie die Zuhörer später noch lernen werden, sei es wichtig etwas Persönliches von sich zu erzählen. „Nicht Wetter. Nicht Fußball.“ Nur durch etwas Persönliches schaffe man Vertrauen. Auf diesem Credo baut auch sein eigener Vortrag auch auf. Er sei selbst in jedes Fettnäpfchen getreten. Aber „es ist besser sich nachher zu entschuldigen, als vorher um Erlaubnis zu fragen“, so Maschmeyer provokant. Damit meine er aber keineswegs Gesetzesbruch, sondern das Verhältnis von Machern zu etablierten Konzernen. Und er erzählt über seine Höhenangst, die er schweißgebadet bei einem wichtigem Investorengespräch auf einem Wolkenkratzer überwand, damit ein entscheidender Deal zustande kam.