Summen zwischen 500.000 und drei Millionen Euro sollen vorwiegend in B2B-Start-ups investiert werden. Unter den Geldgebern ist auch der Netzwerkausrüster Cisco.

Der in Köln und Berlin ansässige Frühphaseninvestor Capnamic Ventures hat heute den Abschluss eines neuen Fonds verkündet. Die Initiatoren Jörg Binnenbrücker, Christian Siegele und Olaf Jacobi haben 115 Millionen Euro bei institutionellen Anlegern und Unternehmen eingesammelt. Darunter ist auch der Netzwerkausrüster Cisco, der erstmals Geld für einen deutschen Start-up-Fonds beigesteuert hat.

Capnamic will mit dem Fonds vorwiegend in junge Unternehmen im deutschsprachigen Raum investieren. Der Fokus soll dabei auf B2B-Lösungen für die digitale Transformation liegen. Vielversprechende Start-ups können auf Finanzspritzen zwischen 500.000 und drei Millionen Euro hoffen. „Wir sind überzeugt davon, dass Technologie der Motor für unsere Wirtschaft ist. Wir wollen unseren Fonds nutzen, um in die besten Teams in dem Sektor zu investieren und langfristige Partnerschaften einzugehen“, sagt Binnenbrücker.

Das Unternehmen betont in seiner Mitteilung, dass Gründer nicht nur finanziell, sondern auch durch Mentoren-Programme unterstützt werden. Die Firmen, die an dem Fonds beteiligt sind, sollen dazu mit ihrem Netzwerk und ihrer Erfahrung beitragen. Zum Kreis der Geldgeber gehören etwa der Versicherer Axa mit seinem Innovation Campus, Einheiten der Sparkassen-Gruppe sowie Medienunternehmen wie die Rheinische Post. Hinzu kommen institutionellen Investoren – darunter die KfW und die NRW-Bank.

Cisco nimmt den deutschen Markt ins Visier

Für Cisco gehört das Engagement zur Initiative „Deutschland Digital“: Der US-Konzern hatte 2016 angekündigt, hierzulande binnen drei Jahren 500 Millionen Dollar in Forschungs- und Digitalisierungsprojekte zu investieren. „Wenn es um das Internet der Dinge geht, ist Deutschland bei den Dingen schon sehr stark, in Sachen Internet müssen wir nachlegen“, sagt Deutschlandchef Oliver Tuszik. „Cisco investiert deshalb gezielt in Projekte, die die Digitalisierung in Deutschland vorantreiben. Unsere Capnamic-Investition ist ein wichtiger Teil davon.“

Capnamic hat seit der Gründung 2012 mehr als 70 Invesitionen getätigt. Zum Portfolio gehören beispielsweise das Berliner App-Analyse-Start-up Adjust, die Luxusuhrenplattform Chronext und das Softwarefirma Staffbase, die eine App für die interne Kommunikation entwickelt hat. Zuletzt hat Capnamic mit Mitteln aus dem neuen Fonds einen Millionenbetrag in das Berliner Datenanalyse Start-up Contiamo gesteckt.