Das Start-up will das Projektmanagement digitalisieren – und so dazu beitragen, dass die Kosten bei Bauvorhaben im Rahmen bleiben.

Höhere Kosten als erwartet, gerissene Zeitpläne – und immer neue Negativschlagzeilen: Der Hauptstadtflughafen BER und der Bahnhof Stuttgart21 zeigen eindrucksvoll, was bei Bauvorhaben alles schieflaufen kann. Nach Einschätzung von Patrick Christ, Florian Biller, Florian Ettlinger und Sebastian Schlecht sind die Probleme indes nicht auf Großbaustellen beschränkt, sondern treten bei der Mehrzahl der Bauprojekte in Deutschland auf. Mit ihrem Start-up Capmo haben die vier Gründer deswegen eine Software entwickelt, die das Projektmanagement in der Branche deutlich verbessern soll.

In der Software, die auch als App verfügbar ist, werden Baupläne digital erfasst. Die Projektleiter können dann alle Beteiligten einladen und Aufgaben verteilen. Fortschritte und Mängel werden mit der Handy- oder Tabletkamera dokumentiert und im Bauplan verortet. Das soll zum einen die Zusammenarbeit fördern und zum anderen dafür sorgten, dass der Bauherr stets einen Überblick hat – und bei Problemen frühzeitig gegensteuern kann.

50 Kunden seit dem Start im Februar

Gestartet im Februar 2018, hat Capmo nun erste Investoren für sich gewonnen. 1,8 Millionen kamen in der Seed-Finanzierungsrunde zusammen, teilte das Start-up heute mit. Geldgeber sind demnach der Frühphaseninvestor Unternehmer Venture Capital Partners (UVC Partners) und HW Capital, die Beteiligungsgesellschaft der Interhyp-Gründer. „Bauprojekte könnten bis zu 40 Prozent produktiver sein. In diesem Markt sehen wir ein enormes Wachstumspotenzial für Capmo“, sagt Ingo Potthof von UVC Partners.

Nach eigenen Angaben hat das Start-up bereits 50 Kunden aus der Baubranche gewonnen. Die Software werde sowohl von Architekten für private Bauvorhaben, als auch von Bauträgern für Großprojekte eingesetzt. Als Referenzen nennt Campo das Hilton Hotel in München, die Renovierung des Oberpollinger-Kaufhauses sowie Filialen von Aldi und Rossmann.