Amazon und Ebay dominieren den E-Commerce in Deutschland, wie eine Studie des BVOH zeigt. Ganz vorne mit spielen aber auch deutsche Start-ups. Das hat gute Gründe.

Der europäische Onlinehandel trägt – wenig überraschend – eine US-amerikanische Handschrift: Amazon und Ebay dominieren die Marktplätze auf dem alten Kontinent, wie eine Untersuchung des Bundesverbands Onlinehandel (BVOH) zeigt. Die Webseiten mit den höchsten Zugriffen stellen demnach die beiden großen Konzernriesen aus den Vereinigten Staaten. Doch die Studie hält auch ein eher unerwartetes Ergebnis bereit: Deutschland bietet mit 39 Plattformen mehr Online-Marktplätze an als Italien und Frankreich zusammen – das ist nach Angaben des BVOH Europarekord.

Und in der Bundesrepublik landen nicht nur etablierte Unternehmen, sondern auch Start-ups auf den vorderen Plätzen. Unter den besten zehn Plattformen des deutschen E-Commerce finden sich hinter Amazon, Ebay und Otto auch junge Unternehmen wie Zalando, Kleiderkreisel, Home24 und Hitmeister. Man könnte auch sagen: Die jungen Wilden rocken den E-Commerce.

Das hat einen guten Grund: Das Ranking wurde nicht nach Umsatz, sondern nach Besucherzahlen gebildet. In seiner Übersicht hat der Verband rund 220 europäische Onlineportale, auf denen Händler ihre Waren feil bieten können, von 50 Konzernen zusammengetragen und sie nach den Klickzahlen auf ihrem virtuellen Marktplatz geordnet.

Die beliebtesten Onlinemarktplätze in Deutschland

Platz 10
Hitmeister, allgemeiner Onlinemarktplatz
Platz 9
Home24, Onlinemarktplatz für Haus- und Gartenartikel
Platz 8
Rakuten, allgemeiner Onlinemarktplatz, ursprünglich aus Japan
Platz 7
Kleiderkreisel, Onlinemarktplatz für Mode
Platz 6
Groupon, allgemeiner Onlinemarktplatz
Platz 5
Zalando, Onlinemarktplatz für Mode
Platz 4
Otto, allgemeiner Onlinemarktplatz
Platz 3
mobile.de, Onlinemarktplatz für Fahrzeuge, gehört inzwischen zu Ebay
Platz 2
Ebay, allgemeiner Onlinemarktplatz
Platz 1
Amazon, allgemeiner Onlinemarktplatz

Als Grund dafür, warum sich der Verband für die Trafficzahlen als Basis entschieden hat, nennt Oliver Prothmann die Unterschiede zwischen den Produkten auf Onlinemarktplätzen. „Aus meiner Sicht ist der Vergleich der Umsätze schwierig“, sagt der Präsident des BVOH zu WirtschaftsWoche Gründer. Es komme darauf an, was verkauft wird: Ein Technikportal weise vielleicht hohe Umsätze vor, sehe bei den Zugriffszahlen aber schlecht aus, weil die Produkte viel selterner gekauft werden. Seiner Ansicht nach hat der Umsatz daher keine Aussagekraft über den Bekanntheitsgrad eines Portals.

Allerdings darf man bei dieser Argumentation nicht außer Acht lassen, dass die jungen Unternehmen weniger weit vorne stünden, wenn es nach den Umsätzen gegangen wäre. Das ist auch Prothmann klar: „Wenn wir uns die Umsätze angeguckt hätten, würde das Ranking anders aussehen“, sagt der BVOH-Experte.