Ein Unternehmen zu gründen, ist teuer. Startups rechnen sich ihre Kosten im Businessplan häufig schön. Das kann zu einem bösen Erwachen führen.

Der Businessplan gilt als “Fahrplan in die Selbstständigkeit” und steht am Anfang einer Gründung. Bei zwei von drei Startups beantwortet er die wichtigsten Fragen vor der Gründung, etwa nach der Zielgruppe des künftigen Unternehmens, dem Alleinstellungsmerkmal, dem geschätzten Finanzbedarf und der Mitarbeiterzahl. Danach entscheiden Banken und private Investoren, ob sie den Gründer finanziell unterstützen und aus der Idee ein Unternehmen wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der KfW-Bankengruppe, die das auf der Grundlage von rund 6.600 Unternehmensgründungen berechnet hat.

Laut dem Deutschen Startup Monitor werden die meisten Neugründungen durch eigene Ersparnisse oder Geldgeber aus dem Familien- und Freundeskreis finanziert. Der Businessplan sollte vor allem dann hieb- und stichfest sein, wenn auf Business Angels, Bankdarlehen oder andere institutionelle Risikokapitalgeber zurückgegriffen werden muss.  Doch vor allem beim  Finanzbedarf haben die Pläne oft Lücken, wie KfW-Volkswirt Jörg Zeuner weiß. “Eine Unterkapitalisierung schon am Anfang erhöht die Gefahr eines Scheiterns deutlich”, sagt er.

Unterschätzte Anfangsphase

Das belegen auch Zahlen des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM): 29 Prozent der 354.000 Gründungen, die 2013 gescheitert sind, stolperten über ihre Finanzierung. Hier werden die nötigen Versicherungen nicht eingeplant, da fehlen die Kosten für den Kredit. Oftmals vergessen Gründer sogar das eigene Gehalt, wenn sie ihren Finanzbedarf errechnen, sagt IfM-Präsidentin Friederike Welter.

Tipps für den Businessplan

Genaue Beschreibung des Produkts
Wenn Sie ein Produkt vertreiben wollen, muss der Businessplan den aktuellen technischen Entwicklungsstand beinhalten sowie Informationen über bestehende Patente oder Lizenzen. Handelt es sich dagegen um eine Dienstleistung, sollten Sie vor allem Alleinstellungsmerkmale betonen. Was macht Ihr Angebot anders als das des Wettbewerbers? Für beides gilt, möglichst genau.
Marktanalyse
Auch ein Blick auf den Wettbewerber ist wichtig: Wer kann Ihnen Konkurrenz machen und welche Strategien verfolgen andere Unternehmen? Dazu lohnt eine genaue Zielgruppendefinition inklusive Einkommen und Zahlungsmoral der möglichen Kunden.
Chancen und Risiken
Eine Unternehmensgründung ist immer auch mit Risiken behaftet. Um zu zeigen, dass Sie Ihr Vorhaben realistisch sehen und mögliche Risiken in Ihre Berechnungen einbezogen haben, sollte alles möglichst genauso berechnet werden. Empfehlenswert ist dazu ein Best-Case- und ein Worst-Case Szenario.
Investitionen
Eine der wichtigsten Rollen bei der Existenzgründung spielt Geld. Daher sollten Sie in Ihrem Businessplan diesen Punkt extra ausarbeiten und mit Zahlen und Fakten belegen. In einem ersten Teil können mögliche Anschaffungen der nächsten drei bis fünf Jahre aufgelistet werden. Daraus ergeben sich der Kapitalbedarf und die jährlichen Ausschreibungen.

“Viele Gründer unterschätzen die Anlaufphase”, beobachtet auch Susanne Schmitt-Wollschläger, Expertin für Unternehmensförderung bei der IHK Berlin. Gründer müssten bei ihrer Planung bedenken, dass der Laden nicht gleich vom ersten Tag an läuft und Gewinne abwirft. “Oftmals machen Gründer den Fehler, die geplanten Umsätze pro Jahr einfach durch zwölf zu teilen und keine Anlaufphase zu berücksichtigen”, sagt sie. Kommt dann in den ersten vier Monaten kein oder nur wenig Geld rein, machen viele große Augen.