Das Start-up Bunch aus Berlin versucht die Zusammenarbeit in Firmen zu optimieren – Investoren gefällt der Ansatz. Sie lassen einen siebenstelligen Betrag springen. 

Erfolg durch Teamarbeit: Die Gründer der Management-Plattform Bunch haben einen siebenstelligen Betrag eingesammelt. An der neuen Finanzierungsrunde beteiligt haben sich sowohl der High-Tech Gründerfonds (HTGF) als auch der Berliner Frühphaseninvestor Atlantic Labs. Zu den Alt-Investoren zählen zudem die Business Angels Friedrich Neuman und Marius Schulze – bekannt als Gründer des Berliner Start-up-Inkubators Makers, der inzwischen zur Beratungsgesellschaft Deloitte gehört.

Bunch arbeitet an einer Plattform, die die Teamarbeit in Firmen optimieren soll – mit Hilfe des sogenannten Machine Learning. Um Daten zu generieren, füllen Bewerber einen kurzen Online-Fragebogen aus. Anhand der Antworten will das Start-up Verhaltenstendenzen der Person in der Zusammenarbeit vorhersagen. Dahinter steckt ein von der Stanford University entwickeltes Bewertungsmodell, das beispielsweise Einschätzungen zur Zielorientierung, Prinzipientreue und Anpassungsfähigkeit liefert. Nach dem Willen der Bunch-Gründer sollten Unternehmen das Portal nutzen, um verschiedene Team-Konstellationen zu simulieren. Wie verändert sich etwa die Dynamik in der Zusammenarbeit, wenn ein bestimmtes Mitglied dazukommt?

„Unternehmenserfolg hängt in Zukunft noch stärker davon ab, wie gut Organisationen in der Lage sind, Bedingungen zu schaffen, die die Zusammenarbeit fördern. Unsere Kunden fragen sich oft, welche Organisations- und Entscheidungsstruktur am besten zu ihnen passt, wie sie die stärksten Teams zusammenstellen können oder wie sie ihre Kultur entwickeln müssen, damit sie im Wettbewerb als Sieger hervorgehen“, lässt sich Bunch-Geschäftsführerin Darja Gutnick in einer Pressemitteilung zitieren. Für bestehende Teams lasse sich etwa die Leistung optimieren – basierend auf einer Empfehlung des selbstlernenden Systems.

Investoren starten Selbsttest

Um Mitarbeitern laufend Rückmeldung zur Zusammenarbeit zu geben, lässt sich Bunch in die Kommunikationsplattform Slack integrieren. Gestartet hat das Berliner Start-up seine Anwendung im September vergangenen Jahres. Sie richtet sich vor allem an Unternehmenskunden, die stark wachsen. Inzwischen beschäftigt die junge Firma zehn Mitarbeiter und will das eigene Team verstärken.

Mit der Seed-Finanzierung verfolgen die drei Gründer Darja Gutnick, Charles Ahmadzadeh und Anthony Reo das Ziel, ihr Angebot weiterzuentwickeln und im Vertrieb erfolgreicher zu werden. Sie werben damit, bereits mehr als 1.000 Unternehmen für Tests gewonnen zu haben – darunter das Fintech-Start-up N26. Die Investoren haben sich nach eigenen Angaben selbst von der Plattform überzeugt: „Wir haben Bunch bereits selbst getestet und sind überzeugt, dass das Produkt eine große Zukunft hat. Je internationaler und diverser Teams werden, umso wichtiger wird Kooperation”, lässt sich Kristin Müller, Investment Manager des HTGF, zitieren.