Nach dem Brexit lockt Berlin britische Start-ups. Ein erstes Jungunternehmen wechselt nun den Standort und entscheidet sich dabei für Köln.

Nach dem Brexit stellt sich auch für viele Start-ups in Großbritannien die Frage nach den Folgen. Fintech-Unternehmen wie TransferWise denken offen über einen Umzug nach. Hierzulande hoffen viele, dass Berlin zum Profiteur wird. Die FDP griff das gerade mit einer Marketingkampagne auf: Per fahrender Werbetafel forderte sie Londoner Start-ups zum Umzug nach Berlin auf.

Ein Unternehmen macht nun tatsächlich ernst: Archibald Optics zieht von London nach Deutschland. “Die Umsetzung wird noch etwas dauern, aber unsere Entscheidung steht fest”, sagt Heinrich Rauh, der das Deutschlandgeschäft des Unternehmens leitet. Das Start-up bietet im Netz exklusive Brillen, die individuell von Handwerksmeistern in Japan gefertigt werden. “Wir gehen nicht davon aus, dass Großbritannien in der Zollunion bleibt”, sagt Rauh. Dadurch würden jedoch Aufwand und Kosten für die Versendung nach Kontinentaleuropa zu hoch.

Als neuen Standort hat Archibald Optics jedoch nicht die deutsche (Start-up) Hauptstadt gewählt, sondern Köln. Ein wichtiger Grund sei die bessere Anbindung an London per Flugzeug oder Zug, denn auch wenn das Londoner Kernteam nach Deutschland umsiedeln soll, spiele das für viele eine Rolle.

Archibald hat kürzlich zwar einen Pop-up-Store in Berlin eröffnet, doch auch die sonstige Infrastraktur und andere Faktoren hätten den Ausschlag für Köln gegeben.  “Durch die Nähe zu Düsseldorf und anderen großen Städten haben wir direkten Zugang zu mehr Menschen”, sagt Rauh, der sogar selbst aus der Hauptstadt kommt. “Berlin ist in der Hinsicht eine Insel.”