Das Start-up Brabbler aus München hat prominente Gründer, aber noch kein fertiges Produkt. Jetzt erreicht das Unternehmen schon eine eindrucksvolle Bewertung.

Die eine Revolution in der Kommunikation haben sie mit vorangetrieben, die nächste soll nun folgen: Die GMX-Gründer Karsten Schramm, Peter Köhnkow und Eric Dolatre arbeiten gemeinsam mit Jörg Sellmann an einer verschlüsselte Kommunikationsplattform, auf der E-Mails, Chats und Kontakte geschützt gespeichert und verwaltet werden können. Jetzt steigt das Family Office von Leopold Stiefel, Mitbegründer von Media Markt, mit einer Investition von 15 Millionen Euro bei Brabbler ein.

Das Besondere: Die Gründer tüfteln bereits seit 2015 an der Lösung und beschäftigen aktuell bereits 65 Mitarbeiter – das erste Produkt soll jedoch erst in diesem Herbst tatsächlich auf den Markt kommen. Die “Ginlo” – ein Anagram von Login – getaufte Plattform befindet sich seit wenigen Tagen im Beta-Test. Privatnutzer und Unternehmenskunden sollen zukünftig Abogebühren für die Lösung zahlen – dafür verspricht Brabbler, nichts über den Nutzer selbst und die Nutzung seiner Daten zu speichern.

Die neuen Geldgeber glauben an dieses Modell: „Kommunikation ohne Speicherung von persönlichen Daten wird aus unserer Sicht immer unverzichtbarer“, sagt Christian Stiefel, der als Vertreter des neuen Investors in den Aufsichtsrat einziehen wird. „Mit ihrem Kapital, ihrer Erfahrung und ihrem Netzwerk wird die Familie Stiefel die Entwicklung und Vermarktung von Ginlo massiv unterstützen“, sagt Mitgründer Jörg Sellmann. Die Gründer geben für die neue Investition insgesamt 21 Prozent ihrer Anteile an die Familie Stiefel ab. Rein rechnerisch ergibt sich so eine Firmenbewertung von 71 Millionen Euro.