Der Helpling-Konkurrent expandiert erstmals. Claude Ritter erklärt den Schritt in die Schweiz – und beantwortet die Frage, ob er Book A Tiger an Rocket verkaufen würde.

Während Konkurrent Helpling schon seit Monaten munter expandiert, hat sich das Berliner Start-up Book A Tiger bisher zurückgehalten. Nun vermelden die Gründer Claude Ritter und Nikita Fahrenholz den ersten Schritt ins Ausland: In der Schweiz wollen sie mit Hilfe des Medienkonzerns Tamedia Marktführer werden. Das Schweizer Unternehmen war bei der Series-A-Finanzierungsrunde im März bei Book A Tiger eingestiegen und hält seitdem auch Anteile an dem Start-up.

WirtschaftsWoche Gründer hat mit COO Ritter darüber gesprochen, wer jetzt eigentlich die größte Putzplattform in Deutschland ist, was der Schritt ins Ausland für Book A Tiger bedeutet und ob die beiden Gründer jemals an die Helpling-Mutter Rocket Internet verkaufen würde.

WiWo Gründer: Herr Ritter, können Sie für uns eine Frage klären: Wer ist die deutsche Nummer eins auf dem deutschen Online-Putzmarkt?
Claude Ritter: Aktuell?

Ja.
Ich glaube, aktuell dürfte Helpling etwas größer sein als wir.

Und wo steht Book A Tiger?
Das ist schwer zu sagen. Wir stellen natürlich Berechnungen an und analysieren, wie groß wer ist. Aktuell gehen wir davon aus, dass wir etwas kleiner sind, vielleicht 15 Prozent.

Das klingt gar nicht nach so einem großen Unterschied.
Ja, oder? Dass das in der Öffentlichkeit anders wahrgenommen wird, hängt vor allem mit der Sichtbarkeit zusammen. Helpling gibt sehr viel Geld für Sichtbarkeit aus. Wir sind dagegen eher die Performance-Marketing-getriebene Firma und investieren lieber da, wo wir den Erfolg auch messen können. Aber in der öffentlichen Wahrnehmung haben offenbar viele das Gefühl, dass wir wesentlich kleiner sind.

Mit Ihrer ersten Expansion könnte sich das ändern: Sie wagen sich jetzt erstmals ins Ausland, in die Schweiz. Wie kam es dazu?
Unsere Strategie ist insofern relativ einfach, als dass wir nur in Märkte gehen wollen, auf denen wir langfristig den Marktführer stellen können. Deswegen sind wir auch vorsichtig mit Expansionen.