Mit ihrer gesunden Knochenbrühe im Glas konnte Bone Brox in der Löwenhöhle überzeugen. Warum die Gründer das Angebot der Juroren am Ende dennoch ablehnten.

Knochenbrühe à la Oma – gesund, nährstoffreich und schmackhaft, fertig zubereitet und versandbereit in Gläsern. Mit dieser Geschäftsidee wagten sich Konrad Knops (31) und Jin-Woo Bae (35) aus Berlin in die Höhle der Löwen. Ihre Mission: Vergessene und bisher unentdeckte Rohstoffe zu verarbeiten und ein Lebensmittel herzustellen, das gleichzeitig Medizin ist.

Die Investoren durften kosten – und sparten nicht an Lob. Um ihr Unternehmen deutschlandweit bekannt zu machen und weiter zu wachsen, hofften Knops und Bae auf 350.000 Euro und boten dafür im Gegenzug zehn Prozent ihrer Firmenanteile an.

Zu viel befanden die Löwen und machten ein Gegenangebot. Das allerdings lehnten die beiden Gründer nach einer kurzen Beratung ab. Warum sie sich gegen einen Einstieg von Carsten Maschmeyer und Ralf Dümmel entschieden haben, wie deren Reaktion darauf war und was Bone Brox für die Zukunft plant, erzählt Konrad Knops im Interview.

Herr Knops, mit Ihrem gestrigen Auftritt in der Höhle der Löwen haben Sie sicherlich für den Überraschungsmoment des Abends gesorgt. Was hat Sie dazu gebracht, das Angebot von Carsten Maschmeyer und Ralf Dümmel abzulehnen?
Unsere Vorstellungen lagen einfach zu weit auseinander. Wir hatten seit unserer Gründung 2016 mit dem Next Organic Food Start Up Award und dem Gastro Gründerpreises bereits zwei wichtige Auszeichnungen gewonnen und so die Aufmerksamkeit einiger Investoren aus der Naturpharma-Branche auf uns gezogen. Mit diesen standen wir zum Zeitpunkt des TV-Pitches bereits in Verhandlungen und hatten das Angebot erhalten für 500.000 Euro 13,8 Prozent unseres Unternehmens abzugeben. Von diesen Zahlen hatten wir auch unseren Vorschlag an die Löwen abgeleitet, auf den diese ja leider nicht eingehen wollten. Also haben wir den Deal mit den anderen Geldgebern gemacht – unter anderem mit Sobremesa – und halten nun noch 76,8 Prozent an Bone Brox.

Kam es nach dem Pitch noch zu einem Zusammentreffen mit den Löwen?
Nicht wirklich. Nur Ralf Dümmel kam kurz nach dem Pitch zu uns mit den Worten: „Hey Jungs, viel Erfolg noch!“. Das hat uns natürlich sehr gefreut – eine super Geste.

Sie bewerben Ihr Produkt als Knochenbrühe. Haben Sie keine Angst, mit diesem Begriff so manchen Kunden abzuschrecken?
Tatsächlich haben wir über den passenden Begriff sehr lange nachgedacht und diskutiert. Am Ende war es uns vor allem wichtig ein scharfes Profil zu haben und einen Namen, der auch polarisiert. Nur so kann man in der Masse der Angebote hervorstechen – und unsere Kunden verstehen dadurch auch genau, was sie bekommen.

Vegetarier und Veganer gehören dann aber wohl eher nicht zu Ihrer Zielgruppe…
Für sie haben wir mittlerweile eine eigene Brühe kreiert: Die vegane Vitalpilz-Brühe, die aus Zutaten besteht, die in der keltischen und chinesischen Medizin seit Jahrtausenden Verwendung finden. Die Vitalpilz-Brühe ist bisher einzigartig in Europa und den USA.

Tatsächlich kaufen aber auch Vegetarier unsere Knochenbrühe. Die Erinnerung an die eigene Kindheit, in der es immer wieder hieß, dass eine solche Suppe gesund machen kann, ist bei vielen Menschen noch sehr stark verankert – auch bei denjenigen, die eigentlich kein Fleisch essen. Wir haben viele Kunden, die auf einen Schlag 24 oder sogar 36 Gläser kaufen und damit eine Kur machen.

Judith Williams hat angemerkt, dass Ihr Produkt mit 7,90 Euro pro Glas zu teuer sei. Eine berechtigte Kritik?
Unsere Brühe wird mit qualitativ hochwertigen Zutaten zubereitet: Bio-Knochen von Freilandhühnern oder Weiderindern werden mit Gemüse und Kräutern, die ebenfalls Bio-Qualitat haben, in einer Manufaktur in Süddeutschland 18 Stunden lang gekocht. Das hat auch in der Herstellung seinen Preis. Natürlich kann man eine solche Brühe auch selbst am heimischen Herd kochen. Rechnet man allerdings Zutaten, Zeit und Energiekosten zusammen, wird das nicht viel günstiger.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Momentan kann man unsere Brühe in 450 Bio-Läden in Deutschland bekommen, außerdem in der Schweiz und in Österreich, und bei Amazon sind wir europaweit gelistet. Kommenden Freitag starten wir in Hamburg, Berlin und Wien Pop-up Stores, um unsere Marke und unser Produkt in der DACH-Region noch bekannter zu machen. Und dann wollen wir Skandinavien und die Benelux-Länder erobern – gerade dort legen die Menschen viel Wert auf qualitativ hochwertige Lebensmittel und sind auch bereit dafür entsprechend viel Geld auszugeben.

Planen Sie auch den Sprung nach Übersee?
In den USA ist Knochenbrühe im Gegensatz zu Europa schon ein sehr großes Thema. In jedem Supermarkt findet man eine riesige Auswahl und statt den ´Kaffee to go´ kaufen die Leute in den großen Metropolen die ´Knochenbrühe´ to go. Der Markt ist also schon zu hart umkämpft, wir konzentrieren uns darum lieber auf Europa.