Mit dem Online-Dachdecker Stegimondo und der Kautionsplattform Rentseed werden zwei deutsche Start-ups sechs Monate lang gefördert.

Der Weg zum neuen Hausdach ist oft lang: Dachdecker müssen angefragt werden, Angebote erstellt und verglichen werden. Das kann sich über mehrere Wochen hinziehen. Den Prozess beschleunigen will Stegimondo. Das Berliner Start-up hat eine Software entwickelt, die für Arbeiten am Dach basierend auf Bauplänen und Fotos einen Festpreis berechnet – und dann passende Handwerksbetriebe beauftragt.

Obgleich schon ein paar Jahre am Markt, erhofft sich Stegimondo neuen Schub durch die Expertise von Immobilien-Profis. Zusammen mit zwei weiteren Start-ups schlüpfen die Online-Dachdecker für sechs Monate beim Frankfurter Accelerator Blackprint Booster unter. Initiiert 2016, geht das auf Förderprogramm für sogenannte Proptechs gerade in die dritte Runde.

Wie der Accelerator gestern mitteilte, haben sich insgesamt 61 europäische Tech-Unternehmen mit Immobilienfokus um eine Teilnahme beworben. Neun Finalisten stellten sich in Frankfurt einer Jury vor. Die ausgewählten Start-ups sollen von einem umfassenden Mentoring profitieren – und auch finanziell unterstützt werden: Zum einen beteiligt sich Blackprint Booster über einen Fonds selbst an den Tech-Unternehmen, zum anderen werden Anschlussfinanzierungen vermittelt.

Finnisches Proptech erhält sechsstellige Finanzierung

Neben Stegimondo findet sich mit Rentseed unter den ausgewählten Proptechs ein weiteres aus Deutschland. Das Münchener Unternehmen hat eine Plattform für die digitale Verwaltung von Mietkautionen entwickelt. Der Marktstart steht noch aus. Das dritte Start-up kommt aus Finnland: Exquance bietet eine Software für Datenanalysen komplexer Immobilienportfolios an. Die Gründer erhalten vom Accelerator eine Anschubfinanzierung im niedrigen sechsstelligen Bereich.

Hinter Blackprint Booster stehen die Beteiligungsgesellschaft Blackprintpartners, die 2015 von der Feldhoff Gruppe und der Unternehmer Alexander Ubach-Utermöhl gegründet worden war, sowie der Lichtblick-Aufsichtsratschef Marc Stilke. Beteiligt sind zudem neun Branchenunternehmen, die zunächst über einen Zeitraum von zunächst zwei Jahren bis zu 2,5 Millionen Euro bereitstellen.