Gründungsstipendien, staatliche Darlehen, Risikokapital? Nur wenige Gründer stellen entsprechende Anträge – auch aus Angst vor dem bürokratischen Aufwand. 

Ob Gründungsstipendien, staatliche Darlehen oder Risikokapital – in Deutschland gibt es inzwischen viel staatliche Unterstützung für Start-ups. Genutzt werden diese Angebote aber eher selten, ergab jetzt eine Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 302 deutschen Start-ups aus dem IT- und Internet Bereich.

Demnach hat von den befragten Gründern nur jeder zweite (47 Prozent) eine Form von finanzieller Hilfe – oder gar mehrere – erhalten. Dabei handelte es sich vor allem um Beratungs- und Coaching-, Material-, Sachkosten- und Personalzuschüsse sowie Gründungsstipendien. Einen staatlichen Kredit hat dagegen nur rund jedes neunte Start-up (11 Prozent) in Anspruch genommen und eine staatliche Beteiligung in Form von Risikokapital sogar nur rund jedes elfte (9 Prozent).

Erfolgsaussichten sind gut

Die Zahlen dürften auf den ersten Blick überraschen, noch interessanter allerdings ist die Erkenntnis, dass viele Jungunternehmer es gar nicht versuchen: Nur jeder dritte (36 Prozent) stellte entsprechende Anträge. Und das, obwohl die Erfolgschancen auf eine staatliche Förderung gut sind. Nur 15 Prozent derjenigen, die den Schritt gemacht haben, gaben in der Umfrage an, dass schon einmal ein Antrag abgelehnt wurde.

Was also steckt hinter der Zurückhaltung?

Angst vor bürokratischem Aufwand

66 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen der bürokratische Aufwand zu hoch sei. 43 Prozent beklagten einen mangelhaften Überblick über die Angebote, 35 Prozent fehlte es an Zeit und Personal, um sich zu informieren. Jeder fünfte Gründer verzichtete auf eine Antragstellung, weil ihm die Erfolgsaussichten – fälschlicherweise – zu gering erschienen. Immerhin 40 Prozent haben aber auch aus grundsätzlichen Erwägungen auf einen Antrag verzichtet, weil sie eine private Finanzierung vorziehen.

„Es gibt in Deutschland ein breites Angebot an staatlicher Förderung, von dem Start-ups insbesondere in der Gründungsphase profitieren können. Die Angebote sind aber noch zu bürokratisch und schwer verständlich. Gerade Gründer, die ihre Idee schnell unternehmerisch umsetzen wollen, können ihre Zeit nicht mit dem Ausfüllen komplizierter und langer Antragsformulare verbringen“, komentierte Bitkom-Präsident Achim Berg die Ergebnisse der Umfrage.