Das niederländische Portal positioniert sich gegen Digitalriesen wie Booking.com oder HRS. 15 Millionen Euro Risikokapital sollen dabei helfen.

Ein Ressort auf Bali, ein Apartment auf Mallorca oder ein Cityhotel in Brügge: Für den Nutzer unterscheidet sich die Hotelbuchungsplattform Bidroom kaum von anderen Angeboten. Im Hintergrund arbeitet das niederländische Start-up jedoch mit einem anderen Modell: Statt Kommissionen pro Buchungen zahlen Hotels einen jährlichen Beitrag für ihre Platzierungen auf dem Portal.

Und wer buchen will, muss eine Mitgliedsgebühr in Höhe von knapp 60 Euro pro Jahr zahlen – eine Art Amazon Prime, die sich für Vielreisende lohnen soll. Denn ihre Ersparnis sollen die Hoteliers durch besonders günstige Preise an die Kunden weiterreichen. Bidroom wirbt offensiv mit günstigeren Preisen als bei digitalen Giganten wie Hotel.de oder Booking.com. Doch die haben sich über die Jahre bereits einen großen Teil des digitalen Reisemarktes gesichert.

Mit 15 Millionen gegen Booking & Co.

Dennoch wollen Investoren den Kampf aufnehmen: Mit 15 Millionen Euro unterstützen private Geldgeber jetzt den Kurs des 2014 gegründeten Start-ups. Das Risikokapital stammt unter von den Vermögensverwaltungen wohlhabender Familien – die in diesem Herbst auch eigene Vertreter in den Vorstand geschickt haben. Die beiden Co-Gründer Michael Ros und Casper Knieriem haben die Führungsriege aktuell um Vorstandschef Bas Tolmeijer, Vertriebschef Francesco Monaco und Finanzvorstand John Stoffers ergänzt. Im vergangenen Jahr hatte sich der ägyptische Milliardär Samih Sawiris bereits mit einem ungenannten Betrag beteiligt.

Das frisch eingeworbene Geld soll dabei helfen, das Portal global weiter voranzubringen – und sowohl Hotels als auch Reisende auf Bidroom aufmerksam zu machen. Insbesondere der deutsche Markt steht weit oben auf der Aufgabenliste des niederländischen Teams. Nach eigenen Angaben habe man aktuell etwa 17 Prozent der Hotels gelistet, die Konkurrent Booking.com im Angebot habe. Im Visier sind nun vor allem Vier-Sterne-Hotels in großen deutschen Städten.

Sorge vor Copycats

Mit zwei größeren Hotelketten sei man bereits im Gespräch, heißt es auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer. Man setze vor allem auf persönliche Gespräche, um Hoteliers zu überzeugen, so ein Bidroom-Sprecher. Dazu kommen Werbeangebote für Unterkünfte, denen die Registrierungsgebühr erlassen wird. Mehr ins Detail wolle man auf dem umkämpften Markt jedoch nicht gehen: „Viele Copycats beobachten uns“, heißt es aus Amsterdam.

Insbesondere für spezielle Reisezwecke sind in Deutschland bereits einige Start-ups unterwegs. Auf Geschäftsreisende fokussiert etwa Travelperk, die im Oktober ein großes Investment und den Aufbau eines Berliner Büros bekanntgaben. Mit kleinerem Ticket ist aktuell Voya aus Hamburg unterwegs. Das österreichische Start-up Tripmakery konzentriert sich auf Gruppenreisen. Portale wie Lodgify oder Hotelbird positionieren sich ebenfalls als Alternative zu kommissionsbasierten Anbietern wie Booking.com oder auch Airbnb.