Spezialverbände: Jungunternehmer oder Gründerinnen

Statt nach Größe (Mittelstand versus Kleinstunternehmer) zu differenzieren, haben andere Verbände ihre Zielgruppe an Geschlecht oder Alter abgesteckt. Der „Verband deutscher Unternehmerinnen“ (VdU) will weibliche Selbstständige und gerade auch Gründerinnen durch Monitoring und Erfahrungsaustausch unterstützen. In den 16 Landesverbänden sind aktuell etwa 1.600 Frauen organisiert. Der Jahresbeitrag beträgt 350 Euro.

Der Verein „Junge Unternehmer“ richtet sich an unter 40-Jährige, die ein Unternehmen mit mindestens einer Million Euro Jahresumsatz oder mindestens zehn Mitarbeiter führen. Innerhalb des Verbandes gibt es einen „Klub der Gründer“. Auch die „Wirtschaftsjunioren“ sind für unter 40-Jährige gedacht; allerdings weniger auf Gründer fokussiert. Denn neben Unternehmern sind auch Führungskräfte Mitglied in dem 10.000 Personen starken Verband.

An der Schnittstelle: Branchenverbände für Selbstständige

Gründer, die nach Berufsverbänden suchen, stoßen vermutlich auch auf den „Berufsverband der Freien Berufe“ (BFB). Er vertritt in Berlin und Brüssel die politischen Interessen von Freiberuflern wie Ärzten, Anwälte, Architekten und Autoren (egal ob selbstständig oder angestellt). Auf praktischer Ebene bietet der Verband auf seiner Website Informationen und Leidfäden für Gründer. Beim BFB kann man allerdings nicht direkt Mitglied werden, sondern nur bei einem der berufsspezifischen Mitgliedverbände wie der „Gesellschaft für Informatik“ oder der Bundesarchitektenkammer.

Berufsspezifische Verbände sind vermutlich gerade für klassische Existenzgründer ohnehin die erste Wahl. In manchen Branchen gibt es sogar Schnittstellen-Verbände, die das Beste aus allen Welten bieten: eine Spezialisierung auf die gewünschte Branche und auf Selbstständige. Etwa der „Bundesverband Informationstechnologie für Selbständige“ (DBITS) oder „Freischreiber“, ein Verband für freie Journalisten. Aber nicht für alle Berufe gibt es solche Spezialverbände.

Fazit: Prinzip Trial and Error

Fazit: Berufsverbände gibt es viele, auch Verbände speziell für Gründer, Unternehmer und Selbstständige. Die Auswahl ist nicht leicht, denn von außen sind die Verbände oftmals nicht gut einzuschätzen. Aber eine Mitgliedschaft kostet meist nur wenig. Daher ist der wohl beste Tipp: Ausprobieren und schauen, wo es sich individuell am besten anfühlt und man mit den anderen Verbandsmitgliedern am ehesten auf einer Wellenlänge liegt.