Kaum eine Szene schafft mehr Arbeitsplätze als die Start-up-Branche. Und neue erfindet sie gleich dazu. Drei Berufe, mit denen man Geld verdienen kann.

Von Julia Nikschick

Was macht eigentlich ein … Indie Advisor?

Indie – was für viele noch nach Hippie klingt, ist eigentlich schon längst ein Begriff für kreative Ausdrucksformen, die sich vom Massengeschmack abheben wollen. Indie-Musik, Indie-Filme oder auch Indie-Schriftsteller. André Bernhardt ist der einzige Indie Advisor Deutschlands, beheimatet jedoch in einer ganz anderen Szene: Games.

Der 38-jährige ist bereits seit 18 Jahren in der Spiele-Szene unterwegs. Nach einer Ausbildung zum Verlagskaufmann und einem VWL-Studium unterstützt er heute kleine Entwickler-Gruppen bei der Monetarisierung ihrer Ideen. Nach Stationen bei Sunflowers, den Entwicklern der Anno-Serie, ging weiter es zu RTL Games und Travian Games, die sich vor allem auf Browser Games spezialisiert hatten. Vor drei Jahren entschloss sich der gebürtige Offenbacher zum Schritt in die Selbstständigkeit. Schluss sollte sein mit den ewigen PowerPoint-Präsentationen. So folgte der Umzug nach Berlin, dem Herzen von Start-up- und Games-Szene in Deutschland. Da es noch keine passende Berufsbezeichnung gab, schuf Bernhardt sie sich selbst und wurde damit ein echtes Unikat.

„Ich biete externes Business Development an. Suche also einen Publisher oder Verlag für die Spiele-Entwickler, helfe bei der Ausarbeitung von Pitch-Dokumenten, geeigneten Fördermitteln und dem Businessplan,“ erklärt der Wahl-Berliner. Leidenschaft ist sein größter Antrieb, denn häufig können kleine Ideen-Schmieden nur wenig zahlen und auch eine Umsatzbeteiligung birgt ihre Schwierigkeiten. Ein zweites Standbein hat sich Bernhardt deshalb mit dem Leiten von Weiterbildungs-Workshops, als Moderator auf Messen und als Gastdozent im In- und Ausland erarbeitet.

Die Indie-Entwickler die André Bernhardt betreut, sucht er sorgfältig aus. „Ich muss hinter der Idee und den Entwicklern stehen. Ich bin kein Handelsvertreter, der einem Verlag oder Publisher ein großes Portfolio vorlegt aus dem er wählen kann.“ Für jeden seiner Kunden sucht er individuell den besten Kontakt, dass die Games-Szene in Deutschland noch relativ klein ist, erleichtert den persönlichen Kontakt. „Ich habe auch große Freude am Netzwerken und am Reisen. Die Start-up-Szene ist sehr dynamisch, besonders im Games-Bereich, da wird es nie langweilig.“