Geldgeber, die mit Risikokapital bei jungen Unternehmen einsteigen, sollen aufgelaufene Verluste beim Fiskus geltend machen können.

Die Bundesregierung will das Engagement von Investoren bei jungen Technologiefirmen stärken. In einem entsprechenden Gesetzentwurf beschloss die Bundesregierung am Mittwoch in Berlin, dass Geldgeber, die mit Risikokapital bei Start-ups einsteigen, aufgelaufene Verluste beim Fiskus geltend machen können.

Aus EU-beihilferechtlichen Gründen soll die geplante Verlust-Verrechnungsmöglichkeit aber nicht nur auf Wagnis- und Risikokapital begrenzt werden, sondern generell gelten, wenn Investoren bei einer angeschlagenen Firma einsteigen, das Unternehmen fortführen und so Arbeitsplätze erhalten.

Bisher galt die Regelung, dass Verluste verfallen, wenn sich die Eigentümerstrukturen etwa durch die Aufnahme eines neuen Eigentümers in den Gesellschafterkreis ändern. So sollten Spekulationen mit Unternehmen verhindert werden, die nur wegen hoher Verlustvorträge attraktiv sind.

Änderungen sollen rückwirkend in Kraft treten

Mit der Reform kommt die Regierung auch jungen Start-ups entgegen, die zu ihrer Finanzierung häufig auf die Neuaufnahme oder den Wechsel von Anteilseignern angewiesen sind. In dem Gesetzentwurf wird als Bedingung für den Erhalt der Verluste unter anderem genannt, dass der seit drei Jahren bestehende Geschäftsbetrieb unverändert bleibt. Dies soll auch in Zukunft verhindern, dass Betriebe nur wegen ihrer steuerlichen Verlustvorträge gekauft und ausgeschlachtet werden.

Die durch die Änderung entstehenden Steuerausfälle werden mit 600 Millionen Euro im Jahr beziffert. Die Änderungen sollen rückwirkend zum 1. Januar 2016 in Kraft treten.

Bereits im März hatte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel beschlossen, jungen Unternehmen mit einer Wachstumsfinanzierung von insgesamt 725 Millionen Euro zu helfen.

Mit Material der dpa