Das Budapester Start-up vermittelt über seine Plattform private Fahrzeuge, die am Flughafen parken. Mit neuen Investoren soll die Expansion gelingen.

Während des eigenen Urlaubs Geld verdienen – und dafür keinen Finger rühren: Genau das will Beerides Autobesitzern ermöglichen. Das 2015 in Budapest gegründete Start-up betreibt eine Plattform für privates Carsharing. Autohalter können darüber für die Dauer ihrer Reise ihr am Flughafen geparktes Fahrzeug vermieten. Mieter sollen von günstigen Preisen und einer unkomplizierten Abholung und Abgabe der Wagen profitieren.

Verfügbar ist das Angebot seit Mai 2015 in Budapest und seit Juli letzten Jahres in Dortmund. Mit neuen Investoren im Rücken will das zwölfköpfige Start-up nun die Expansion vorantreiben. Angeführt wurde die aktuelle Finanzierungsrunde von dem Innogy Innovation Hub, dem Accelerator und Kapitalgeber des Essener Energiekonzerns. Beteiligt ist außerdem der auf osteuropäische Start-ups spezialisierte Wagniskapitalgeber iEurope Capital und ein Angel Investor namens BW-Invest. Insgesamt habe das Unternehmen seit der Gründung nun 1,4 Millionen Euro von Investoren eingesammelt, so Beerides.

Nach eigenen Angaben hat das Start-up bereits 12.000 Autovermietungstage vermittelt. Über 1.000 Autobesitzer hätten ihr Fahrzeug bereits zur Verfügung gestellt. Einige Vermietungen gehen aber auch auf einen kleinen Fahrzeugpool des Start-ups selbst zurück. Einen großen Schub verspricht sich das Unternehmen von seinem geplanten Standort am Düsseldorfer Flughafen. Noch im zweiten Quartal dieses Jahres soll das Carsharing-Angebot dort verfügbar sein, erklärte das Start-up auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer. Geplant seien zudem weitere Standorte in Deutschland und in westeuropäischen Metropolen.

Zusammenarbeit mit der Allianz

An den Flughäfen mietet Beerides eigene Parkflächen und installiert Schließfächer für Autoschlüssel und Fahrzeugpapiere. Mieter sollen so besonders schnell an ihr gebuchtes Auto kommen und sind nicht an Öffnungszeiten gebunden. Für den Versicherungsschutz von Fahrzeughalter und Mieter arbeitet das Start-up mit der Allianz zusammen.

Beerides ist nicht das einzige Start-up, das privates Carsharing am Flughafen anbietet. In Australien etwa treibt das 2014 gegründete Unternehmen Carhood die Idee voran. Auch über den US-Anbieter Turo, der Anfang des Jahres in Deutschland gestartet ist, lassen sich Fahrzeuge an ausgewählten Flughafen mieten. Ein ambitionierter Anbieter verschwand indes Mitte 2016 vom Markt: Flightcar stellte nach dem Verkauf an Daimler den Betrieb ein.