Die junge Firma aus Zürich will mit einer datenschutzkonformen Mitarbeiter-App in Deutschland wachsen. Startkapital für das neue Büro in Berlin ist gesichert.

Das Schweizer Start-up Beekeeper greift in Deutschland an: Die Entwickler einer App für die interne Kommunikation in Unternehmen bauen in Berlin bis Jahresende ein neuen Standort mit 15 Mitarbeitern auf. Um näher bei ihren Kunden zu sein und das internationale Wachstum voranzutreiben, erhält die junge Firma aus Zürich in einer aktuellen Finanzierungsrunde 13 Millionen US-Dollar.

Das Berliner Büro in der Potsdamer Straße wird zum fünften Standort des 2012 gegründeten B2B-Start-ups ausgebaut. Neben dem Hauptsitz in Zürich ist Beekeeper bereits in London und Krakau sowie in San Francisco vertreten. Der Startschuss in Berlin ist bereits vor einigen Monaten gefallen, aktuell arbeiten dort vier Mitarbeiter im Marketing und Vertrieb für den deutschen Markt. Doch das Team soll sich nach und nach verstärken: „Klar ist, dass auch der deutsche Markt für uns in Zukunft ein Wachstumsmarkt sein wird“, sagt Corinne Berger, Sprecherin von Beekeeper, im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer.

Das Schweizer Start-up arbeitet an einer Plattform für sichere und datenschutzkonforme Kommunikation in Firmen. Dabei zielt Beekeeper vor allem auf Branchen wie Hotellerie und Einzelhandel ab, in denen Mitarbeiter für gewöhnlich über viele Standorte verstreut arbeiten oder die meiste Zeit unterwegs sind. Die App soll eine Möglichkeit schaffen, auch außerhalb des Büros mit Kollegen in Kontakt zu bleiben und sich über gemeinsame Projekte auszutauschen.

Arbeit am Datenschutz

So öffnet Beekeeper zum Beispiel einen Chatraum auf dem Smartphone oder Laptop und gibt die Möglichkeit, Dokumente zu teilen oder auf ein gemeinsames Schwarzes Brett zu schreiben. Weltweit beschäftigt das Start-up mehr als 150 Mitarbeiter. Es wirbt damit, bereits bekannte Kunden gewonnen zu haben, wie den Elektrohändler Media Markt, die Warenhauskette Globus oder die Münchner Verkehrsgesellschaft.

Mit dem frischen Kapital will Gründer und Geschäftsführer Cristian Grossmann nun den Datenschutz verbessern und weiter an der Sicherheit der Plattform arbeiten. Dafür hat sich Beekeeper nach Iso zertifizieren lassen. In vielen Unternehmen seien Mitarbeiter immer noch gezwungen, auf Dienste wie Whatsapp oder den Messenger von Facebook auszuweichen, so Sprecherin Corinne Berger. Spätestens seit dem Inkrafttreten der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sei dies jedoch keine Lösung mehr. „Die Daten werden bei uns auf einem lokalen Server abgespeichert, für deutsche Unternehmen auch nur in Deutschland“, sagt Berger.

Zu den Investoren der aktuellen Finanzierungsrunde gehören der Risikokapitalgeber Keen Ventures mit Sitz in London und Amsterdam sowie Tech-Finanzierer Atomico, ebenfalls aus London. „Während der vergangenen Jahre waren wir Zeuge, wie Beekeeper kontinuierlich namhafte Kunden aus den Branchen Hotellerie, Produktion oder Einzelhandel gewonnen hat. Diese Entwicklung beweist, dass auch Europa einflussreiche SaaS-Unternehmen hervorbringt“, lässt sich Ben Blume, Direktor von Atomico, in einer Pressemitteilung zitieren.

Investoren blicken nach Berlin

Geld zugesteuert haben außerdem das Schweizer Unternehmen Die Post, Produktentwickler und Investor Samsung Next sowie Edenred Capital Partners, der Investmentarm des Gutschein-Anbieters Edenred. Vor anderthalb Jahren hat Beekeeper bereits eine Series-A-Runde abgeschlossen.

Mit dem Fokus auf Berlin ist das Start-up derzeit nicht allein. Denn in der Hauptstadt ist zu finden, was die Geldgeber aktuell besonders interessiert – etwa die Themen Internet-of-Things (IoT), Big Data und Machine Learning sowie der Einsatz von Robotern. Anfang der Woche hat zum Beispiel der britische Medienkonzern Sky bekanntgegeben, dass er auf der Suche nach Expertenwissen verstärkt in Berliner Start-ups investieren will.