Project A, Chancenkapital BC und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg investieren in das Biberacher Start-up Azowo.

Die Mobility-Plattform Azowo gibt heute den Abschluss seiner Seed-Finanzierung durch die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg (MBG) und den Berliner Risikokapitalgeber Project A bekannt, der sich neben der finanziellen Unterstützung auch operativ einbringen will.

Mit an Bord ist auch die Beteiligungsgesellschaft der Kreissparkasse Biberach, Chancenkapital BC. Bei der Investition handelt es sich um eine Summe in Höhe eines einstelligen Millionenbetrags. Die genauen Zahlen bleiben geheim.

Ausbau des Teams geplant

Mit dem eingesammelten Kapital plant Azowo den Team-Ausbau der Bereiche Sales und Marketing sowie die Weiterentwicklung des Produkts. „Wir haben aktuell rund 15 Stellen offen, beispielsweise im Sales oder für Full-Stack-Developer“, sagt Co-Gründer Andreas Kopf auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer.

Azowo ist eine individuell anpassbare, cloud-basierte Mobility-Plattform für den B2B-Markt, mit der Unternehmen ihre Fahrzeugflotte einfacher, transparenter und effektiver managen sollen und um bis zu 40 Prozent effizienter auslasten.

Dazu stellt das Unternehmen seinen Kunden eine Telematik-Box bereit, die an jedes Fahrzeugmodell angebracht werden kann und dank der Fahrzeuge digital reserviert und schlüssellos genutzt werden können. Auch bestehende Fuhrparks, Scooter oder Fahrräder können über die Box angebunden werden.

Echtzeit-Überblick über die Fahrzeuge

Im Herbst dieses Jahres soll zusätzlich eine neue Flottenmanagement-Lösung gelauncht werden, die mit entsprechender App Zugang zu einer digitalen Fahrzeugakte für jedes Fahrzeug ermöglicht. Flottenmanager sollen so einen Echtzeit-Überblick über die Fahrzeuge ihrer Flotte bekommen, sowohl über die gemeinsam genutzten Carsharing-Fahrzeuge, als auch die fest zugeordneten klassischen Firmenwagen. Mithilfe der aggregierten Daten aus manuellen Angaben und der Telematik-Box können Informationen zu Kilometerstand, aktueller Fahrzeugposition, anstehenden Buchungen oder dem Füllstand des Tanks direkt eingesehen werden.

Aktiv in Holland und der Schweiz

Azowo wurde 2015 für von Peter Jegutzki, Andreas Kopf und Patric Schneider gegründet. Die drei lernten sich bei einem Carsharing-Anbieter kennen, wo sie vor der Gründung ihres Start-ups arbeiteten, und begeisterten sich dort für den aufkommenden Trend der Sharing Economy, insbesondere im Bereich Mobilität. „Wir waren schnell überzeugt, dass die rasante Entwicklung des Carsharing-Marktes vielfältige unternehmerische Möglichkeiten bietet“, sagt Andreas Kopf.

Aktuell sind sie mit Azowo auch in der Schweiz und in den Niederlanden unterwegs. „Gerade Holland ist ein spannender Markt, denn Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit stehen dort stärker im Fokus, die Menschen sind generell offener für Neues und gibt sogar Förderung vom Staat für entsprechende Projekte“, so Andreas Kopf.

Carsharing-Angebote nehmen zu

Doch auch in Deutschland bewegt sich viel. So hat sich die Nutzung von Carsharing-Angeboten im B2C-Bereich hierzulande seit 2015 auf über zwei Millionen Privatnutzer verdoppelt. Auch in der Unternehmenswelt würde das Thema “End of Ownership” immer relevanter, sind die Azowo-Gründer überzeugt. „Es gibt zwar derzeit noch keine staatlichen Vorgaben, aber es wird von Unternehmen immer stärker verlangt, Verantwortung für ihre CO2-Bilanz zu übernehmen. Eine Reduzierung bzw. Optimierung der Fahrzeug-Flotte ist ein erster Schritt in diese Richtung.“