Im Silicon Valley ist Andreas von Bechtolsheim eine Legende: Der Deutsche hat einst Sun Microsystems mit gegründet und war dann einer der ersten Investoren von Google. Während der German Valley Week stand er Gründern aus Deutschland Rede und Antwort.

Womöglich ist es keine so gute Idee, Andreas von Bechtolsheim zu einer Gründerkonferenz einzuladen. Nicht etwa, weil der Unternehmer nur wenig Interessantes beisteuern könnte. Im Gegenteil: Mit Bechtolsheim zu reden ist so spannend, dass alles andere in den Hintergrund rückt. Denn Bechtolsheim, der eigentlich aus Bayern stammt, hat 1982 mit Kommilitonen von der Stanford University das Unternehmen Sun Microsystems gegründet und 1986 an die Börse gebracht. Seitdem hat er in zahlreiche Tech-Firmen investiert – etwa Google, zu dessen ersten Geldgebern er gehörte. Heute wird sein Vermögen vom US-Magazin Forbes auf 2,8 Milliarden Dollar geschätzt. Während der German Valley Week berichtete er in Palo Alto von seinen Erfahrungen – und versammelte dabei eine Gruppe von Gründern um sich, die lieber ihm zuhörten, als den Rednern im Saal. Hier einige seiner Statements:

fo

Stimmt es, dass der Name Google von Ihnen stammt?
„Nein. Den Namen hatten die Gründer Sergey Brin und Larry Page schon. Aber erst als ich ihnen einen Scheck auf den Namen Google ausgestellt habe, mussten sie das Unternehmen auch gründen, um an das Geld zu kommen.“

Ist es im Silicon Valley leichter, ein Unternehmen aufzubauen?
„Nicht unbedingt. Aber es gibt hier eine hohe Mobilität, die hilft: Man kann hier leicht Leute finden, aber auch wieder verlieren. Und mit der richtigen Idee kann man schnell viel Geld auftreiben – aber ohne die richtige Idee kann man hier auch jahrelang sitzen ohne Geld zu bekommen. Erfolg ist hier nicht garantiert.“

Wie suchen Sie Ihre Investments aus?
„Ich versuche, nicht mit den Venture-Capital-Firmen zu konkurrieren, denn die haben viel mehr Leute, um gute Investments zu machen. Ich investiere in Startups, deren Gründer ich persönlich kenne, und deren Ideen sich in 30 bis 60 Sekunden erschließen. Eine Idee, die man erstmal 15 Minuten erklären muss, ist wahrscheinlich keine gute Idee.“

Warum ist es schwierig, Kapitalgeber aus dem Valley nach Deutschland zu locken?
„Deutschland ist zu weit weg. Die meisten Geldgeber aus dem Valley fliegen nicht mal an die Ostküste der USA, weil sie es sich nicht leisten können, einen Tag zu verlieren. Die Amerikaner werden nicht mehr Geld in Europa investieren.“

gw2013

Glauben Sie grundsätzlich, dass die Politik Startups anschieben kann?
„Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass Forschungsgelder von Regierungen helfen, Startups anzuschieben – vor allem in der Grundlagenforschung. Anders als in Deutschland gibt es hier aber genug Risikokapital, so dass die Frage nie aufgekommen ist, ob der Staat junge Unternehmen finanzieren sollte. Er hat eher über niedrige Steuern geholfen.“

Weshalb ist das Silicon Valley so erfolgreich?
„Im Grunde es ist es hier einfach gut gelaufen. Die Zuversicht, der Optimismus sind im Silicon Valley nahezu grenzenlos. Viele Menschen sind überzeugt, dass das Neue hier erfunden wird. Der Rest der Welt sieht so weit weg aus von hier. Es macht nichts, ob Griechenland pleite ist oder Zypern oder was auch immer – das stört nicht. Man sieht nur die Möglichkeiten, die es hier vor Ort gibt!“

Sollten Gründer aus Deutschland also ins Silicon Valley kommen, um ihr Unternehmen aufzubauen?
„Man kann hier viel schneller wachsen als in Deutschland. Garantiert. Die Leute investieren hier mehr und sind eher bereit, neue Produkte zu kaufen. Aber für Gründer ist es einfacher, hier zu starten, wenn Sie das Produkt schon haben, weil es hier schwerer ist, eine Entwicklungsmannschaft aufzubauen.“


Mehr von mir auf Twitter, Xing und Google Plus.