Mit der Software von Avari können kleine und mittlere Unternehmen einfach personalisierte E-Mail-Kampagnen starten.

Es gibt kaum ein deutsches Start-up, das einen größeren Teil seiner Kunden in den USA hat, als Avari. Etwa 60 Prozent der Nutzer sitzen in Nordamerika, in Europa dagegen nur 20 Prozent. „Aus Deutschland haben wir nur eine kleine Zahl Kunden“, sagt Gründer Kevin Dykes.

Ein Grund dafür liegt darin, dass Dykes selbst aus Texas stammt. Er ist ein IT-Veteran und hat seit Anfang der Neunziger schon verschiedene Unternehmen gegründet, 2002 kam er aus persönlichen Gründen nach Deutschland. 2013 gründete er sein aktuelles Unternehmen, damals noch unter dem Namen Retention Grid.

Avari hat eine Software entwickelt, die Firmen die Möglichkeit gibt, auf jeden Kunden ganz individuell zugeschnittene E-Mail-Kampagnen durchzuführen. Das klingt zunächst nicht neu, locken doch Amazon & Co. schon lange mit Mails, die sich auf individuell gekaufte oder angesehene Produkte beziehen. „Kleine oder mittlere Unternehmen konnten sich solche Technologien bisher nicht leisten“, sagt Dykes. Von den Internet-Riesen genutzte Empfehlungssoftware könne schnell vierstellige Beträge im Monat kosten und erfordere zudem eine komplexe technische Integration. „Unsere Lösung ist dagegen so einfach zu nutzen, wie Google Analytics“, sagt Dykes. Es müsse nur ein Stück Code in die Website eingebaut werden. Dann können Mails verschickt werden, die beispielsweise zu den letzten Einkäufen eines Kunden passen.

Das hat auch prominente Investoren in Deutschland überzeugt: Christoph Maire, der wohl bekannteste Business Angel hierzulande, die Soundcloud-Gründer und Seriengründer Felix Petersen haben gut eine Million Euro in das Start-up gesteckt. Eine weitere Runde soll im Sommer stehen.

Im Laufe des Jahres will er auch deutschen Kunden sein Produkt schmackhaft machen. Dazu verhandelt Dykes gerade Kooperationen mit Partnern hierzulande. Und auch die bislang wichtigste Partnerschaft könnte helfen: Der bekannte US-Email-Marketing-Spezialist Emma bietet Avari seinen 50 000 Kunden an. Und zu denen gehört beispielsweise auch die Sparkassen Finanzgruppe.

Steckbrief
Avari
Start: 2013 in Berlin
Produkt: Software für personalisierte Marketing-Mails
Kosten: pro 1000 geöffnete Mails ab 39 Euro
Finanzierung: gut eine Million Euro von Business Angels wie Christoph Maire
Kunden: 7000 kleine Unternehmen