Oft haben Gründer ein Wirtschafts-Studium abgeschlossen. Doch auch Geisteswissenschaftler haben erfolgreiche Ideen.

Von Johanna Küppers

Ein wirtschaftswissenschaftlicher Hochschulabschluss ist keine Voraussetzung für eine erfolgreiche Gründung. Wichtiger als theoretisches Fachwissen sind Motivation und Netzwerke. Deshalb werden auch Geisteswissenschaftler immer mutiger und gründen. Ein beliebter Gründungsweg für Geisteswissenschaftler ist über die Universität. Viele Gründerteams lernen sich dort kennen und entwickeln ihre Projekte in einem sicheren Umfeld. Denn das finanzielle Risiko während der Studienjahre ist für die meisten gering. „Die Gründer haben noch keine finanziellen Verpflichtungen und bekommen oft Unterstützung von Eltern und Staat“, sagt Frederic Justice von Habitway, einer Berufsinformationsplattform für Geisteswissenschaftler. Wenn die Idee während der Studienzeit gut läuft, kann danach ein Vollzeitprojekt entstehen.

Campusrookies ist eines der Start-ups dessen Gründerteam sich an der Universität kennengelernt hat. Das Jobportal für Geisteswissenschaftler gibt es schon seit ein paar Jahren. Anfang 2015 haben sich die vier Gründer Bettina Palka, Timo Schütte, Sebastian Ullrich und Wasilios Rodoniklis von der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf selbstständig gemacht. Alle vier kommen aus den Geisteswissenschaften.

Studium als Basis

Sie haben ihre fehlenden Kompetenzen vor allem durch Angebote der Universität ausgeglichen. So besuchten sie etwas Kursen für juristische Grundkenntnisse oder BWL für Nicht-Ökonomen. „Besonders hilfreich ist auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Gründern, wie beim Start-up-Weekend, beim Ideenwettbewerb oder dem Gründerstammtisch“, sagt Rodoniklis. Nach Abschluss seines Studiums würde er das Projekt gerne weiterbetreuen.

Neben persönlichen Kompetenzen der Gründer ist es besonders wichtig lernwillig zu sein. „Nur wer über den Inhalt seiner Studienjahre hinausblicken kann, Lernbereitschaft zeigt und eine ständige Weiterentwicklung im Kopf hat, kann ein guter Gründer sein“, sagt Justice. Das Studium sei eben nur eine Basis. Dies gilt natürlich nicht nur für geisteswissenschaftliche Teams, dementsprechend sieht Justice keinen Nachteil gegenüber anderen Gründern.