Gegen Grippe und Krankheiten der Atemwege ist das Tübinger Start-up Atriva im Einsatz. Um weitere Tests zu starten, erhalten die Gründer einen Millionenbetrag.

Tübinger Wissenschaftler sagen Grippeviren den Kampf an: Um klinische Tests für eine neue Antivirale Therapie voranzutreiben, erhält ihr Start-up Atriva 1,25 Millionen Euro, wie WirtschaftsWoche Gründer auf Anfrage erfuhr. Das frische Kapital aus der laufenden Serie-A-Finanzierung stammt vom halbstaatlichen Frühphaseninvestor High-Tech Gründerfonds (HTGF), dem auf Biopharma-Unternehmen spezialisierten Risikokapitalgeber Meneldor sowie den Firmengründern.

Das 2015 gestartete Unternehmen will mit seiner Therapiemethode verhindern, dass sich Viren in den Körperzellen vermehren. Dabei greift der Wirkstoff nicht direkt den Erreger an, sondern verändert die Prozesse in der menschlichen Zelle, um die Viren zu blockieren. Die Vorteile sind nach Firmenangaben, dass das neue Medikament länger wirkt und die Viren keine Resistenzen entwickeln können. Helfen soll die Therapie bei Grippe und viralen Atemwegserkrankungen. Dabei konzentrieren sich die Wissenschaftler zunächst auf Patienten mit einem hohen Risiko für Komplikationen.

Erste Tests an gesunden Menschen

Die neue Finanzierung schiebt nun die nächste Entwicklungsphase an, bei der die Therapie zum ersten Mal an gesunden Probanden getestet werden soll. Die dafür nötigen Sicherheitsprüfungen in der sogenannten präklinischen Phase hat das Start-up im vergangenen Jahr abgeschlossen. Atriva beschäftigt derzeit zwölf Mitarbeiter, in einer Seed-Finanzierungsrunde Ende 2016 flossen bereits drei Millionen Euro an die junge Firma. In dem Jahr hat es das Team unter die Preisträger des Businessplan-Wettbewerbs der Gründerinitiative Science4Life geschafft.

Auf die Entwicklung von Medikamenten stürzen sich einige junge Firmen in Deutschland: Erst 2018 hat sich Adivo aus der Nähe von München gegründet, um an Krebsmitteln für Tiere zu forschen. Omeicos aus Berlin hat im November 17 Millionen Euro eingesammelt für die Weiterentwicklung eines Wirkstoffs gegen Herzrhythmusstörungen.