2013 übernahm die Plattform Tape.tv das Ashton-Kutcher-Investment Amen. Was als „Liebeshochzeit“ begann, endet nun mit dem Aus für das Bewertungsportal.

Als der Musikvideoanbieter Tape.tv im August 2013 das Bewertungsportal Amen übernahm, da sprach der einstige Gründer Felix Petersen gegenüber WirtschaftsWoche Online noch von einer „Liebeshochzeit“. Damit ist es nun vorbei: Wie Amen am Freitag bekanntgab, sind sowohl Internetseite als auch App nicht länger aktiv. Auf der Webseite heißt es dazu nur: „Danke für die schöne Zeit (Amen vom Netz zu nehmen, ist das Schlimmste überhaupt).“ Ein Grund für das Aus gibt das Unternehmen nicht an.

Amen war ein Bewertungsportal, auf dem Kunden ihre Urteile über Currywurst oder Kinos verbreiten sollten. Wie Petersen damit Geld verdienen wollte, war von Anfang an nicht ganz klar. Trotzdem erhielt das Unternehmen ein Seed-Investment von drei Millionen US-Dollar. 2011 verhalf der Schauspieler Ashton Kutcher dem Unternehmen zu weltweiter Aufmerksamkeit, als er in das Berliner Start-up investierte.

Notverkauf statt Liebeshochzeit

2013 übernahm das Portal Tape.tv den Anbieter, die beiden Gründer Petersen und Florian Weber wechselten zum neuen Eigentümer. Experten sprachen schon damals von einem Notverkauf statt von einer Liebeshochzeit. Doch auch danach schaffte das Portal nicht die Wende, das jetzige Aus ist eine Konsequenz daraus. Schon 2014 verließen die Amen-Gründer Tape.tv wieder. Auf seiner Internetseite schreibt Amen, sein Team habe dabei geholfen, Musikfernsehen noch besser zu machen.

Das Onlineportal nimmt sein Ende mit Galgenhumor: „Hier ist ein großartiges Video mit Trennungsszenen, das uns durch diese Zeit helfen soll“, schreibt das Bewertungsportal in einer E-Mail – und verlinkt auf einen Clip der Unternehmensmutter Tape.tv.