Der US-Onlineversand Amazon will offenbar in den stationären Einzelhandel einsteigen. Objekt der Begierde: die kriselnde Kette RadioShack.

Die Gerüchte gibt es schon länger: Im Oktober hatten US-Medien berichtet, dass Amazon in New York ein erstes Ladengeschäft eröffnen möchte. Nun heißt es aus den USA, dass der Online-Handelskonzern Filialen der pleitebedrohten US-Elektronikkette RadioShack übernehmen will. Die Läden könnten genutzt werden, um eigene Produkte anzubieten und Online-Kunden Ware abholen oder zurückgeben zu lassen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf zwei eingeweihte Quellen. Es wäre der bislang größte Vorstoß von Amazon ins klassische Einzelhandelsgeschäft.

RadioShack hat insgesamt mehr als 4000 Filialen in den USA und meldete 2007 4,3 Milliarden Dollar Umsatz. Die Elektronikkette hat allerdings Probleme und soll kurz vor der Pleite stehen. Am Dienstag wurden die Aktien sogar vom Handel ausgesetzt. Amazon könnte die Kette mit einer Investition retten.

RadioShack soll auch mit anderen Unternehmen wie dem Mobilfunker Sprint über Teilverkäufe verhandeln. So will Sprint 1300 bis 2000 Geschäfte übernehmen. Amazon wollte sich bislang nicht zu dem Vorstoß äußern. Derzeit sollen Sprint und RadioShack darüber verhandeln, ob die Geschäfte künftig unter dem Label beider Unternehmen laufen. Die Kette wurde 1921 in Boston gegründet.

Amazon hatte im vierten Quartal seinen Umsatz gesteigert – nicht zuletzt dank seines Prime-Dienstes, der 99 Dollar im Jahr kostet. Die weltweite Kundenzahl sei im vergangenen Jahr weltweit um 53 Prozent gestiegen, teilte Amazon mit.