Das Geschäft mit dem Gebrauchten boomt, die Wegwerfgesellschaft denkt um. Davon profitieren Gründer – und Investoren. 

Rund 45 Millionen Deutsche kaufen Waren und Dienstleistungen über das Internet, so eine im Jahr 2015 veröffentlichte Studie des Statistischen BundesamtsMit Abstand am meisten Geld gaben die Konsumenten dabei für Kleidung und Sportartikel aus. Kein Wunder, dass der Modehandel via Internet zu einem der beliebtesten Start-up-Segmente gehört. Vor allem das Geschäft mit gebrauchter Kleidung, die sogenannte „Preloved Fashion“ boomt. In der einstigen Wegwerfgesellschaft findet langsam, aber sicher ein Umdenken statt: Immer mehr Leute versuchen, nachhaltiger und bewusster zu leben – und das gilt auch für den Umgang mit Kleidung. 

 Diese fünf Start-ups haben den Trend erkannt und erfüllen die Wünsche der Kunden nach Kleidung mit Geschichte und Seele. Ein finanziell lohnenswerter Ansatz – auch für Investoren.

Oma Klara

Mona Schütt war Beamtin auf Lebenszeit beim LKA in Stuttgart, ehe sie beschloss, sich mit ihrem Start-up Oma Klara selbstständig zu machen. Statt sich täglich an ihren Schreibtisch im Referat für Datenschutz zu setzen, geht die 33-Jährige nun beruflich in den Kleiderschränken älterer Damen auf Jagd nach modischen Schätzen. Die findet sie zum Beispiel bei ihren regelmäßigen Besuchen in süddeutschen Seniorenheimen – und erhält immer auch gleich eine spannende Geschichte dazu, die sie natürlich an ihre Kundinnen weitergibt: Wann trug die Besitzerin das Kleid zum ersten Mal? An wen erinnert es sie? Was hat sie darin erlebt? Das Konzept kommt an: Im Frühling startete Mona Schütt eine Crowdfunding-Aktion auf Startnext und konnte mehr als 10.000 Euro einsammeln. Auch die großzügigen Spenderinnen gehen nicht leer aus. Sie werden mit 20 Prozent am Umsatz beteiligt. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten also