Das deutsch-schweizerische Start-up erhält knapp zwölf Millionen Euro. Damit will das junge Unternehmen von den Digitalisierungsbemühungen in der Immobilienbranche profitieren.

Unterwegs nach Europa: Mit einer umfangreichen Wachstumsfinanzierung will das deutsch-schweizerische Immobilien-Start-up Allthings seine Plattform für Gebäudebesitzer und -dienstleister in weiteren Länder voranzubringen. Eine Reihe von neuen und bestehenden Investoren steckt umgerechnet knapp zwölf Millionen Euro in das Unternehmen.

Die aktuelle Finanzierungsrunde wurde angeführt von den Risikokapitalgebern Earlybird, Idinvest und Kingstone Capital Partners. Zudem beteiligen sich bestehende Gesellschafter, zu denen unter anderem Creathor Ventures, der Schweizer Technologiefonds sowie private Investoren aus dem Beraterkreis von Allthings gehören.

Nach eigenen Angaben nutzen bereits mehr als 100 Immobilienunternehmen in sechs Ländern die Software-as-a-Service-Lösung von Allthings. Im Fokus stehen dabei Eigentümer, Verwalter und Projektentwickler mit mehr als 3000 Wohnheiten oder mehr als 90.000 Quadratmeter Gewerbefläche. Für das 2013 gestartete Unternehmen sind bereits 60 Mitarbeiter tätig. Neben dem Hauptsitz in Basel wird in Freiburg im Breisgau entwickelt, von Frankfurt aus der Vertrieb für den deutschen Markt gesteuert und in Berlin an Finanzen und Marketing gearbeitet.

Fundament bei den Proptechs ist gelegt

Die Immobilienbranche gehörte lange in Deutschland zu den Nachzüglern der Digitalisierung. Die Maklerplattform McMakler holte sich im vergangenen Jahr einen einen erfahrenen Immobilienmanager in das Unternehmen – als „Brückenbauer“ zwischen analoger und digitaler Welt. Auch die neuen Investoren sehen die Branche eher am Beginn der Digitalisierung: „Die Immobilienindustrie beginnt erst gerade damit sich auf das digitale Zeitalter einzustellen und birgt großes Potenzial“, sagt Fabian Heilemann, Partner bei Earlybird.

Allthings sieht mittlerweile jedoch Bewegung im Markt. „Immer größere Teile der Immobilienbranche legen ihre Zurückhaltung ab und investieren in die Digitalisierung“, heißt es auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer. Zum einen trenne sich bei den sogenannten Proptechs bereits  „die Spreu vom Weizen“, so Allthings. Und andererseits sei der Druck höher geworden, „weil andere, bereits digitalisierte Branchen klar aufgezeigt haben, dass nur wer sich früh und konsequent mit der Digitalisierung in konkreten Projekten auseinandersetzt, mittel- und langfristig noch konkurrenzfähig und profitabel im Markt unterwegs sein wird.“