Das Münchener Start-up kümmert sich um die Zwischenvermietung von Wohnungen in deutschen Großstädten. Neues Kapital soll das Geschäft jetzt antreiben.

Die Aussage ist klar: „Wir unterstützen keine gewerbliche Vermietung“, betont Sebastian Drescher, Mitgründer von Airgreets. Das im Sommer 2016 gegründete Start-up kümmert sich für Privatpersonen um die gesamte Vermietung ihrer Wohnungen auf der Plattform AirBnB – vom Erstellen des Inserats über die Kommunikation mit dem Gast bis zur Reinigung vor und nach dessen Besuch.

Dabei setzen die drei Gründer, vormals alles Unternehmensberater, auf Wohnungseigentümer, die ihre vier Wände nur für wenige Tage oder Wochen im Jahr untervermieten wollen. Die in manchen Städten erhitzt geführte Diskussion um die Zweckentfremdung von privatem Wohnraum will das Team von Airgreets so umgehen: „Wir unterstützen unsere Gastgeber dabei, sich an die rechtlichen Grenzen zu halten“, sagt Drescher im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer.

Profit dank Provisionen

10.000 Nächte in sechs großen deutschen Städten haben die Münchener so bereits vermieten können – jeweils ein Viertel der Mieteinnahmen geht als Provision an Airgreets. Nun soll sich das Tempo erhöhen: Eine ganze Reihe von Investoren haben nun zusammengelegt – herausgekommen ist eine frisch abgeschlossene Finanzierungsrunde in Höhe von einer Million Euro. Die stammen zum Teil von privaten Geldgebern, die bereits eine vorherige kleinere Runde unterstützt haben. Neu dazugekommen sind zudem zwei Vermögensverwaltungen von wohlhabenden Familien, sogenannte Family Offices.

Nachdem das erste Wachstum viel durch Empfehlungen von Gastgebern angeschoben wurde, soll nun gezielt ins Marketing investiert werden. Im Fokus stehen neben vielreisenden Beratern etwa auch Piloten und Kabinenpersonal, Künstler und auch regelmäßige Urlauber, die sich Teile ihrer Miete wiederverdienen wollen. „Wir erreichen mit unserem Produkt eine Zielgruppe, die ohne uns kein Home-Sharing betreiben könnte“, ist Drescher überzeugt.

Weitere Plattformen sind denkbar

Aktuell kümmert sich in jeder Stadt ein City-Manager mit Minjobbern um die gelisteten Unterkünfte. In diesem Jahr sollen einige neue Standorte dazukommen – in Deutschland und eventuell auch in Nachbarländern. Parallel investiere man jedoch auch in die Technologie, um Daten leicher zwischen Plattformen und Gästen hin- und herschieben zu können. „Wir werden immer eine analoge Komponente behalten, aber wir arbeiten natürlich an der Digitalisierung und Automatisierung, um manuelle Prozesse immer weiter zu reduzieren“, sagt Mitgründer Drescher gegenüber WirtschaftsWoche Gründer.

Sorgen, dass man sich mit seinem Service zu eng an die Plattform AirBnB binde, hat Airgreets nicht. Das Verhältnis zu der US-Firma sei gut und kooperativ, betont Drescher. Und in Zukunft könnten durchaus auch andere Seiten dazukommen, auf denen Zimmer oder Ferienwohnungen vermittelt würden: „Aktuell ist AirBnB ein Synonym für Home-Sharing“, sagt Drescher, „aber wir sind keineswegs abhängig davon.“