Kündigungen, unerfüllte Erwartungen: Für den Airbnb-Klon von Rocket Internet sieht es nicht gut  aus – Wimdu könnte kurz vor dem Aus stehen.

Es ist kein gutes Zeichen: 60 Mitarbeiter haben in der vergangenen Woche Aufhebungsverträge erhalten. Das Unternehmen teilte dem Manager Magazin lediglich mit, dass man sich „in einem umfangreichen Restrukturierungsprozess“ befinde – und dabei Personaleinsparungen möglich seien.

2011 war das Start-up mit riesigen Ambitionen gestartet, Weltmarkführer im Bereich privater Reiseunterkünfte wollten die beiden Gründer werden. Und anfangs sah es gut aus für Wimdu: Rocket Internet und die schwedische Kapitalgesellschaft Kinnevik investierten insgesamt 90 Millionen Dollar, innerhalb von vier Monaten wuchs das Unternehmen auf 400 Mitarbeiter und 15 Büros weltweit an, mittlerweile sollen es lediglich noch 250 Mitarbeiter sein.

Auf die großen Pläne folgte große Ernüchterung: Anders als bei Airbnb blieb das steile Wachstum aus, eine erste Umstrukturierung der internationalen Büros war die Folge. Rocket Internet versuchte das Start-up wieder loszuwerden, doch niemand wollte Wimdu kaufen. Nach der ersten Finanzierungsrunde gab es wohl auch kein Geld mehr, lediglich eine Medienpartnerschaft mit Mediasat, der italienischen Sendergruppe von Silvio Berlusconi. Der Zahl der Buchungen tat das gut – zumindest vorübergehend.

Zuletzt aber sorgte ein Gerichtsurteil erneut für Verdruss: In Berlin dürfen Wohnungen nur noch im Ausnahmefall an Touristen vermietet werden. Wer es ohne Genehmigung dennoch tut, riskiert bis zu 100.000 Euro Bußgeld. Wimdu reichte vor dem Verwaltungsgericht Klage gegen das umstrittene Zweckentfremdungsverbot ein – und verlor. Das Ergebnis der Revision ist noch offen.

Wimdu vermittelt, ebenso wie das Vorbild Airbnb, private Unterkünfte für Übernachtungen. Nach eigenen Angaben kommt der Berliner Klon auf 350.000 Wohnungen in mehr als 150 Ländern. Zum Vergleich: Das US-Vorbild kommt auf rund eine Million Inserate weltweit in rund 190 Städten.