Das 2017 vom Berliner Company Builder Meisterwerk Ventures gegründete Unternehmen entwickelt eine Plattform für Krankenhaus-Apps.

Veraltete IT-Infrastrukturen, strenge Datenschutzvorgaben: Bei der Softwarenutzung werden Ärzte in Krankenhäusern stark ausgebremst. Ändern will das Aicura Medical. Das Start-up entwickelt eine Plattform, die aus einer Hard- und einer Softwarekomponente besteht. Darüber sollen Mediziner von jedem Computer im Krankenhaus aus auf hilfreiche Apps zugreifen können. Die Besonderheit: Das System soll als Medizinprodukt zugelassen werden – und sicherstellen, dass regulatorische Vorgaben stets eingehalten werden.

Gegründet im vergangenen Jahr vom Berliner Company Builder Meisterwerk Ventures, hat Aicura Medical nun erste Geldgeber gefunden: Insgesamt 500.000 Euro haben Investoren in das Start-up gesteckt. „Das Geld kommt von Privatinvestoren“, sagt CEO Daniel Lichterfeld im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer. Vorbereitet werden solle nun auch eine größere Finanzierungsrunde.

Bisher beschäftigt das Start-up zwei Ärzte und zwei Data Scientists – das Team soll bald wachsen. Denn der Zeitplan ist ambitioniert: Ein erster Prototyp der Hardware ist für Mitte kommenden Jahres geplant, parallel sollen erste Programme entwickelt werden. „Wir wollen mit vergleichsweise einfachen Standard-Apps starten, etwa für die EKG-Auswertungen oder Therapieempfehlungen für bestimmte Krankheiten“, sagt Lichterfeld. In einem zweiten Schritt sollen dann Schnittstellen für externe Softwareentwickler folgen. Besonders großes Potenzial vermutet Lichterfeld in Analysen, die auf selbstlernenden Algorithmen basieren: „Mit unserer Plattform schaffen wir die benötigte Infrastruktur für den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Krankenhaus.“

Zweite Ausgründung 

Für Meisterwerk Ventures ist Aicura Medical die zweite Ausgründung neben Midge Medical– einem Unternehmen, das ein Gerät für Bluttestes entwickelt. Beide Start-ups werden derzeit noch von den Gründern des Company Builders geführt. „Unser Ansatz ist es, die Ausgründungen weit zu entwickeln und langfristige Investoren zu finden“, erklärt Lichterfeld. „Gerade am Anfang legen wir großen Wert darauf nicht nur die Idee zu entwickeln, sondern auch ein dazu passendes Team mit aufzubauen.“

Neben Lichterfeld gehören Michael Diebold, Jörn Bungartz, Markus Riester und Gerald Vollnhals zum Team von Meisterwerk. Die Gründer werben damit, dass sie zusammengenommen im Laufe ihrer Karriere an der Gründung von 21 Start-ups gewesen sind. „Wichtig ist uns, die Ideen selbst zu entwickeln“, sagt Lichterfeld. Investments in andere Start-ups seien dabei nicht vorgesehen.

Einen breiteren Ansatz verfolgt der ebenfalls in Berlin ansässige Company Builder Heartbeat Labs. Das Unternehmen, hinter dem die Hitfox Group steht, bringt zwar ebenfalls eigene Gründungen auf den Weg, investiert aber auch in bereits existierende Start-ups. Zum Portfolio gehören mittlerweile elf Unternehmen.