Heute in unserem Adventskalender: Kale and me. Das Hamburger Saft-Start-up produziert kaltgepresste, regionale Säfte.

Sie heißen Amy Almond, Catie Carnot oder Pamela Pine. Die Säfte des Start-ups Kale and me kann man im Tagespaket oder als Saftkuren für drei oder fünfTage online bestellen.

Das Besondere an den Säften ist, dass sie nicht wie üblich erhitzt werden, um Bakterien abzutöten und haltbar zu bleiben. Ein südafrikanischer Unternehmer inspirierte die Gründer zum HPP-Verfahren. Dabei werden nur die Bakterien abgetötet, Vitamine und Nährstoffe bleiben aber erhalten.

Und genau das haben wir selbst getestet. Alle zwei bis drei Stunden soll man einen der Säfte zu sich nehmen. Manche schmecken eher nach Obst, andere eher nach Gemüse. Aber in den meisten sind beide Komponenten vorhanden.

Tee und Wasser sind zwischendurch auch erlaubt, zur größten Not kann man sich auch eine Gemüsesuppe machen oder zur Banane greifen.

Während der Drei-Tages-Kur mit Katie Carrot, Amy Almond und Co. fühlten wir uns mental gestärkt, aber körperlich teilweise schwächer als mit fester Nahrung. Der Hunger war gar nicht so präsent wie erwartet und die Bauchschmerzen, die manch andere während einer Entgiftungskur beklagen, blieben auch aus. Doch ab dem zweiten Tag begannen abends Kopfschmerzen. Außerdem war der Kur nur leichtes Training möglich, kein intensives Work-out, weil der Körper sich noch auf die Ernährungs-Umstellung einstellen musste.

Vielleicht wäre das Experiment ohne die Erlaubnis, zur größten Not auch mal eine Banane zu essen, gescheitert. Aber deshalb ist es ja auch eine Saft-Kur.

Die Umstellung soll ja nicht zeigen, dass man sich nur noch von sechs Säften ernähren soll, sondern auf was man vielleicht auch im Alltag verzichten könnte, oder was man sogar bewusst einbauen sollte. Denn man kann die Säfte auch gut zusätzlich zur normalen Ernährung im Alltag verzehren, da sie wirklich stärken und wichtige Vitamine enthalten, die wir sonst in unserer alltäglichen Ernährung leicht vergessen. Eine Entgiftung war spürbar.

Seit etwas mehr als einem Jahr presst das Start-up seine Säfte bei dem Mittelständler Rüter Fruchtsaft in der Lüneburger Heide. Durch die aufwändige Herstellung kosten die 18 Flaschen für die Drei-Tages-Kur 79 Euro, also knapp 4,40 Euro pro Flasche.

2015 erhielt Kale and me einen nicht bekannten Betrag durch Global Founders Capital von Gründer-Ikone Oliver Samwer. In der 3. Staffel von „Die Höhle der Löwen“ hat das junge Start-up zwar kein Investment erhalten, aber für die Gründer hat sich der Auftritt trotzdem gelohnt: Am Abend der Fernseh-Ausstrahlung gab es so viele Klicks und Käufe auf der Website, dass sie kurzzeitig zusammengebrach. Da kann man nur hoffen, dass die Kunden bei der Saft-Kur besser standhalten.

Empfehlenswert?

Wer abnehmen, sich bewusster ernähren oder seine Ernährung vielleicht komplett umstellen möchte oder muss, sollte die Saft-Kur definitiv ausprobieren. Wenn man sich allerdings schon ausgewogen ernährt und nicht unbedingt abnehmen möchte oder sollte, ist die Kur nicht unbedingt notwendig, und die Säfte bieten sich eher als Zusatz zu bewusster Ernährung an.

Steckbrief zum Start-up 

Jahr der Gründung: 2015

Gründer: Annemarie Heyl, Konstantin Timm und David Vinnitski

Ort der Gründung: Hamburg

Was sich dahinter verbirgt: Inzwischen sieben verschiedene kaltgepresste Säfte aus regionaler Herstellung, die man als Tages-Set oder als Saftkuren für drei oder fünf Tage online bestellen kann.