++++Das Berliner Mode-Start-up Kisura verschickt nach Beratung durch einen Stylisten Kleidung in Boxen – mit einigen Haken.

Experten suchen für die Kundinnen Kleidungsstücke aus – im Grunde ein gutes Konzept. Vor drei Jahren sind Linh Nguyen und Tanja Bogumil damit gestartet – und erfüllten sich damit einen Traum, den sie schon während des Studiums an der Handelshochschule Leipzig hatten. Mittlerweile haben die Gründerinnen mehr als 50 Mitarbeiter, gerade erst hat Kisura eine strategische Partnerschaft mit dem Schmuckhandel Christ abgeschlossen.

Um das passende Outfit zu bekommen, müssen auf der Webseite Bilder hochgeladen, (Marken-)Vorlieben und Größen angegeben werden. Das geht schnell und unkompliziert. Auf Wunsch kann zusätzlich zu den Angaben auf der Webseite ein Telefontermin mit dem Stylisten vereinbart werden. Darauf haben wir verzichtet.

Danach wird es ein bisschen nervig, denn Kisura schickt recht regelmäßig E-Mails, die über Aktionen auf dem Laufenden halten oder neue Trends aufzeigen – ohne dass man sich dazu bereit erklärt hat. Dafür gibt es einen Punkt Abzug.

Der Nächste folgt direkt: Auf der Webseite ist die Lieferdauer mit fünf bis sieben Werktagen angegeben. Tatsächlich gedauert hat es schließlich fast sieben Wochen. Auf mehrmaliges Nachfragen hieß es lediglich: Das Bestellaufkommen ist momentan so hoch, deshalb sei noch etwas Geduld gefragt.

Auf Anfrage bei der Pressesprecherin wird uns mitgeteilt, dass ein wichtiges Kleidungsstück zwischenzeitlich vergriffen war, welches die Stylistin aber unbedingt dabei haben wollte. Bei dem ohnehin schon hohen Mailaufkommen hätte Kisura durchaus fragen können, ob man darauf verzichten würde. Dafür – und das Management dahinter – gibt es definitiv einen weiteren Punktabzug.

Die Vorfreude auf das Paket verfliegt damit leider – und wird auch durch die Kleidungsstücke nicht aufgefangen: Die Hose ist leider deutlich zu klein. Ein T-Shirt, Rock und Kette treffen leider überhaupt nicht unseren Geschmack. Von acht Kleidungsstücken gibt es lediglich zwei Favoriten, die passen und gefallen. Eines der beiden befand sich allerdings schon im Kleiderschrank – und war deutlich teurer als im Laden.

Insgesamt waren wir sowohl von der Wartezeit als auch von dem Service und den letztlich gelieferten Kleidungsstücken enttäuscht. Für Kisura spricht immerhin, dass der Prozess der Auswahl und Bestellung recht zügig ging und ein Rücksendeschein direkt mitgeliefert wird.

Empfehlenswert?

Unser Experiment lief weniger erfolgreich. Wer sich gedulden kann, sollte dem Start-up aber zumindest eine Chance geben.

Steckbrief zum Start-up

Jahr der Gründung: 2013

Gründerin: Linh Nguyen und Tanja Bogumil

Ort der Gründung: Berlin

Was sich dahinter verbirgt: Ein Curated Shopping Angebot für Frauen, das versandkostenfrei zwei Outfits inklusive Accessoires liefert.

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