Das Handtuch von Towell soll Sportlern helfen, ihre Sachen zu bündeln. Gute oder schlechte Idee?

Die Produktdesigner Lennart Rieper, Florian Goecke und Paul Dudda hatten es buchstäblich in der Hand: Weiter Handtücher benutzen, die ihnen nicht gefallen – oder selbst etwas entwickeln?

Deshalb entwarfen sie kurzerhand ein Handtuch, das speziell für das Fitnessstudio geeignet ist. 

Was es so besonders macht? Dank eines speziellen Magneten verrutscht das Handtuch an den Sportgeräten nicht. Und es hat eine Tasche, in der Schlüssel, Handy und Chipkarte bequem Platz finden.

In der “Höhle der Löwen” wollten die Gründer die Juroren überzeugen – und forderten 250.000 Euro für 20 Prozent Firmenanteile. Am Ende sicherten sich nicht nur Ralf Dümmel und Jochen Schweizer den Deal.

Auch die Kunden fanden schnell Gefallen an dem Produkt: Innerhalb weniger Tage verkauften die Gründer 380.000 Stück – und kamen mit der Beantwortung der Fragen nicht mehr hinterher. 

Außerdem verkauften auch Karstadt und Intersport die Handtücher. Ein toller Erfolg für die Gründer, aber die Kundenbeschwerden blieben nicht aus. 

Gerade beim Internethändler Amazon sind die Rezensionen vor allem negativ. Die Kunden kritisieren unter anderem die schlechte Verarbeitung des Handtuches. Towell hat nachgebessert. „Bei den 380.000 verkauften Towell+ lag die Retourenquote unter einem Prozent“, sagte Gründer Paul Dudda WirtschaftsWoche GründerMittlerweile gibt es das Handtuch in sieben Farben.

Ein Handtuch kostet zwischen 20 und 40 Euro – je nachdem, ob gerade eine Aktion stattfindet, der Wert für Material & Co dürfte deutlich drunter liegen. Denn letztlich ist es nicht mehr als ein einfaches Handtuch mit ein paar Specials, die durchaus praktisch sind, um die ständige Schlepperei der Einzelteile zu vermeiden. 

Dafür gibt es einen Pluspunkt. Denn gerade Sportler im Fitnessstudio kennen das Problem, wenn die Kopfhörer sich mit dem Band der Chipkarte verheddern und die Trinkflasche auch irgendwie noch zu tragen ist. Im Handtuch findet alles Platz. 

Für unseren Geschmack ist das Handtuch allerdings etwas zu klein: Für die Arbeit an den Geräten geht es gerade noch, aber für Bodenübungen oder Kurse ist es deutlich zu klein und füllt kaum ein Viertel der Matte aus – und eigentlich soll es da gerade den Schweiß auffangen. Dafür gibt es einen Minus-Punkt. 

Empfehlenswert?

Die Idee, eine Tasche ins Handtuch zu integrieren, ist ebenso genial wie einfach. Für Kraftsportler und Ausdauerläufer ist das Handtuch sicher empfehlenswert. Probleme bekommen Menschen, die Kurse im Fitnessstudio besuchen oder auch mal Übungen am Boden machen.

Steckbrief zum Start-up

Jahr der Gründung: 2015

Gründer: Lennart Rieper, Florian Goecke und Paul Dudda

Ort der Gründung: Hamburg

Was sich dahinter verbirgt: Ein Handtuch speziell für Sportler mit integrierter Tasche.

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