Krumme Gurken, Karotten mit zwei Beinen: Das Start-up Etepetete rettet Gemüse, das nicht in den Handel kommt – hat aber selbst Schönheitsfehler.

Bis zu 40 Prozent des angebauten Gemüses kommen nicht in den Handel: Es ist krumm oder hat den einen oder anderen Makel. Die Gemüsekiste des Münchner Start-ups Etepetete will diese Verschwendung reduzieren und verschickt deutschlandweit Gemüse mit Schönheitsfehlern von Bio-Bauernhöfen. Georg Lindermair, Carsten Wille und Christoper Hallhuber bieten diese Boxen ausschließlich auf ihrer Webseite an.

Insgesamt enthält die Kiste fünf Kilo frisches, saisonales Gemüse und kostet 20 Euro. Eine Familienbox mit 7,5 Kilogramm kostet knapp 28 Euro.

In der Box, die uns zu Testzwecken zugeschickt wurde, finden sich neben Kartoffeln, Äpfeln, Paprika und Karotten auch Rote Beete und Rosenkohl sowie eine Aubergine. Außerdem liegen Karten mit Rezeptideen bei.

Diese wirken im ersten Moment etwas einfallslos, empfehlen sie doch lediglich Gemüsepommes mit Rosenkohl-Kartoffelpüree. Angesichts der Fülle des Gemüses wäre man sicherlich auch selbst auf diese Idee gekommen.

Für den Grundgedanken, krummes Gemüse zu retten, gibt es aber schon mal einen dicken Pluspunkt. Einen weiteren gibt es für die Lieferung: UPS lieferte die Box bereits um kurz nach acht am Freitagmorgen. Auf der Webseite wird die Lieferzeit bis 20 Uhr am Abend angegeben. De facto wurde aber nur das Zeitfenster zwischen acht und zwölf Uhr angeboten.

Das kann für Berufstätige zu einem Problem werden. Obwohl es sich um ein Abonnementmodell handelt, bei dem man zwischen einer wöchentlichen Lieferung bis hin zu einem Drei-Wochen-Rhythmus auswählen kann, ist es möglich, nach jeder Box zu kündigen.

Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt: Denn Schönheitsfehler beim Gemüse sind das eine, Schimmel und eingedrückte, faule Stellen das andere – und das trübt recht schnell die Freude darüber, dass man vielleicht gerade etwas Gutes getan und das Gemüse vor der Mülltonne gerettet hat.

Deshalb wanderten leider eine Paprika, zwei Äpfel, der komplette Rosenkohl, eine Aubergine und ein Teil der Karotten direkt in den Mülleimer. Die Orangen wurden mit einem schlechten Gefühl zu Saft ausgepresst. Das sollte eigentlich nicht passieren – auch nicht bei Biogemüse.

Empfehlenswert?

Im Grunde ist das Konzept gut und es gibt im Netz viele, die von den Gemüseboxen begeistert sind. Unser Experiment missglückte allerdings – dafür war der Anteil des faulen Gemüses dann doch zu hoch.

Steckbrief zum Start-up

Jahr der Gründung: 2015

Gründer: Carsten Wille, Georg Lindermair und Christopher Hallhuber

Ort der Gründung: München

Was sich dahinter verbirgt: Eine Kiste, die Gemüse rettet, das in der Tonne landen würde, weil es krumm gewachsen ist oder andere Schönheitsfehler hat.

Bisher im Adventskalender

  1. Dezember: Tütensuppen von Little Lunch
  2. Dezember: Säfte von Kale and me
  3. Dezember: Kaffeetassen von Kaffeeform
  4. Dezember: Trinkflaschen von FLSK
  5. Dezember: Weine von 3Weine
  6. Dezember: Drucken mit PrintPeter
  7. Dezember: Müsliriegel von Bug Break
  8. Dezember: Kabel von Juicies
  9. Dezember: Taschen von Bridge&Tunnel
  10. Dezember: App von Blinkist