Der Metro Accelerator in Berlin wächst und nimmt dieses Jahr erstmals zwei Gruppen von Start-ups mit digitalen Lösungen für Händler und Restaurants auf. Tech-Gründer für die Gastronomie haben noch die Chance, sich zu bewerben.

„Der Handel ist aufregend. Im digitalen Zeitalter ist er die kommende Branche.“ Alexander Hafner kann es kaum erwarten zu beobachten, welche überraschenden Ideen beeinflussen werden, wie wir künftig einkaufen. Einige dieser Ideen sollen ab diesem Jahr auch aus dem brandneuen Metro Accelerator for Retail kommen, den Hafner im Juni eröffnet.

Vor zwei Jahren nahmen Metro und Techstars die ersten zehn Start-ups in ihr Förderprogramm auf, das sich zu dem Zeitpunkt noch auf die Hospitality-Branche beschränkte. Alle jungen Unternehmen hatten eine Idee, wie das Gastgewerbe sich digitalisieren und besser funktionieren könnte.

Es gibt bis heute endlos viele Ansatzpunkte, denn das Gastgewerbe hinkt bei der Digitalisierung häufig hinterher. Während man bei Amazon manche Produkte per Druck auf den WLAN-fähigen Dash-Button bestellen kann, landen viele Bestellungen in kleinen Restaurants, Bars und Cafés oft noch auf einem Zettel, den sich der Küchenchef an eine Wäscheleine hängt.

„Hochattraktiver Markt für digitale Lösungen“

Der Einzelhandel ist da schon weiter. „Wir ermutigen Start-ups sich zu bewerben, egal ob ihr Fokus auf Blockchain – der Technologie hinter der Krypto-Währung Bitcoin –, Treueprogrammen, Lieferung oder einem anderen Bereich liegt, der für den Einzelhandel relevant ist“, sagt Hafner, selbst erfahrener Gründer von MakerBot Europe. Doch egal, an welchem Punkt die Branchen sich befinden: Die kommenden Jahre versprechen viele weitere Umbrüche. Und deshalb gibt es ab 2017 gleich zwei Accelerator-Programme bei Metro: Hospitality und Retail.

Eine Umbruchsituation braucht frische Ideen, und Ideen brauchen tatkräftige Unterstützer. „Wir haben bemerkt, dass es für Investoren wie für Anwender einen hochattraktiven Markt für digitale Lösungen in Restaurants und Hotels gibt. Wir haben das Potenzial hier noch lange nicht ausgeschöpft“, sagt Jens Lapinski, Managing Director Techstars. Lapinski hat selbst schon Start-ups aufgebaut und 2014 das Berliner Büro von Techstars gegründet.

Unternehmer des 2016er Accelerator-Jahrgangs haben Lösungen entwickelt, die die oft chaotische Personalverwaltung in der Gastronomie vereinfachen, Mitarbeiter kleiner Unternehmen ohne eigene Kantine mit abwechslungsreichen Mahlzeiten versorgen, und Hotels dabei helfen, das meiste aus Big Data herauszuholen, um ihr Image zu pflegen.

Teilnehmer der Accelerator-Programme erhalten bis zu 120.000 Euro in Form von Investitionen und Wandeldarlehen. Darüber hinaus bekommen sie Zugang zu einem großen Netzwerk aus Experten der Hospitality- und Retail-Branchen und – für die Dauer des Accelerators – ein Büro in Berlin.

In den drei Monaten des Programms entwickeln sie ihre Idee zu einem funktionierenden Geschäftsmodell weiter, hinter der ein starkes, eingespieltes Team steht: „Wir helfen ihnen, Teams aufzubauen, das Produkt zu definieren und ihre Idee in der echten Welt massentauglich zu machen“, sagt Hafner.

Start-ups können sich noch bis zum 30. Juni bewerben

Die echte Welt – das sind nicht nur Kunden, die die Start-ups dank der guten Connections im Accelerator finden. Metro unterstützt die Start-ups auch mit Hilfe der eigenen Geschäftseinheit HoReCa.digital. Sie vermarktet in fünf Ländern digitale Lösungen an Restaurants und Hotels. Start-ups können mit HoReCa.digital ein Pilotprojekt durchführen und haben die Chance darauf, mit der Vertriebsmannschaft von HoReCa.digital zusammen auf Kundensuche zu gehen.

„Die jungen Firmen haben die Möglichkeit, über Pilotprojekte das eigene Wissen und den Kundenstamm auszubauen. Genau diese Mischung führt zu den guten Wachstumsergebnissen der teilnehmenden Start-ups“, sagt Andreas Wuerfel, der Start-ups unter anderem als Investor seit Jahren begleitet. Seit neustem verstärkt er das Accelerator-Team als Director Global Innovation Community.

Ab 12. Juni wird es ernst für die Teilnehmer des neuen Retail Accelerator, dann startet das dreimonatige Programm in Berlin. Hospitality-Start-ups können sich noch bis 30. Juni für den Accelerator bewerben, der am 9. September startet.

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