Zwei Gründer erfüllen ihren Jahresplan in nur acht Wochen. Wie das geht? Ihr Unternehmen digitalisiert eine Branche, die einer ganze Reihe von Start-ups die Chance auf enormes Wachstum bietet. Vier Beispiele aus dem Metro Accelerator for Hospitality 2017.

Antilopen sind dafür bekannt, gut springen und sich geschmeidig bewegen zu können. Eine, die das besonders gut kann, ist die Impala – Grund genug für Ben Stephenson und Charles Cowley, sie als Namensgeber ihrer innovativen Software für das Management kleiner und mittelgroßer Hotels zu wählen. Geht es nach den Gründern, ist die Lösung ein großer Sprung nach vorn für die Hotelbranche – und das nicht nur wegen ihrer eleganten Optik. „Über dreißig Hotels möchten unsere Software bereits einsetzen. Dieser rasante Erfolg hat uns überrascht“, sagt Gründer Ben Stephenson.

Mit Blick auf die Fähigkeiten der cloud-basierten Software ist der Zuspruch allerdings weniger überraschend: Buchungen verwalten, Personalmanagement, Buchhaltung – alles integriert in einer komfortablen, jederzeit verfügbaren Lösung. Die große Nachfrage hat dafür gesorgt, dass das Jungunternehmen seine Vertriebsziele für zwölf Monate bereits nach acht Wochen erreichte. „Jetzt gilt es zu wachsen“, sagt Ben Stephenson.

Immer in Verbindung mit dem Hotel

Wachstum ist ebenfalls das erklärte Ziel von You There. Das Start-up unterstützt mit seinem Chatbot „Concierge“ Hotelkräfte bei ihrer Kommunikation mit ihren Gästen. Egal ob es sich um eine Zimmerreservierung, einen morgendlichen Weckruf oder eine Restaurantempfehlung handelt – Concierge erfüllt nahezu jeden Kundenwunsch. Fast so, als lese er die Wünsche von den Lippen ab. Oder von den Fingerspitzen. Denn die Kommunikation findet Online über eine Smartphone-App statt: Der Chatbot antizipiert die Bedürfnisse des Gastes ebenso wie dessen Vorlieben und welchen zusätzlichen Service das Hotel anbieten könnte. Und sollte er doch einmal an seine Grenzen kommen, leitet er die Frage an den zuständigen Hotelmitarbeiter weiter. Das sorgt für entlastete Angestellte und zufriedenere Gäste.

Das Team des Lissabonner Start-ups GuestU geht bei diesem Vorhaben noch einen Schritt weiter: Das 2014 gegründete Unternehmen bietet Gästen nicht nur eine App, sondern gleich ein ganzes Smartphone an. Das bekommen Reisende beim Check-in und können so jederzeit mit Ihrer Unterkunft in Verbindung bleiben. Gründer Euclides Major sagt: „Außerhalb des Hotels haben Gäste kaum Kontakt zum Hotelpersonal. Also wenden sie sich an andere Dienstleister, wenn sie ihren Aufenthalt durch Aktivitäten verbessern möchten.“ Das ist durch GuestU nun nicht mehr nötig: Das Smartphone dient als Schnittstelle zur Unterkunft, als Reiseführer, Rezeptionist und Urlaubsbegleiter.

Vor Ort bewerten, vor Ort verbessern

Und das nutzt nicht nur dem Gast. Hotels erhöhen mit dem Gerät die Kundenbindung und erfahren gleichzeitig mehr über die Vorlieben und das Reiseverhalten ihrer Kunden. „Im Schnitt nutzen die Gäste das Handy rund 70 Minuten pro Tag“, sagt Euclides Major. Er weiß ebenso von den Vorteilen für die Hoteliers zu berichten: „Unsere Hotelkunden konnten damit ihren Umsatz und ihre Online-Bewertungen um bis zu 30 Prozent verbessern.“

Damit diese Bewertungen dann auch tatsächlich bei den Hotels und Gastronomen ankommen, können sie auf Yannick Namia setzen, dem Gründer von Nabl. Die funktioniert so: Bevor Kunden zur Tür hinausgehen, können sie via Tablet noch einfach und schnell ihre Kritik loswerden – positive und negative. Die wird auf diese Weise bis zu zehnmal schneller erfasst als über Google oder Tripadvisor. Außerdem erreicht sie im Gegensatz zu den üblichen Plattformen direkt denjenigen, der Abhilfe schaffen kann. So entsteht eine Win-win-Situation: Der Gastronom kann sich und sein Image stetig verbessern, während Kunden nachhaltig ihre Meinung kundtun können.

>> zurück zur Übersichtsseite