Sehr wenig hält Schlager dagegen von den „üblicherweise entscheidungsrelevanten Dreijahresplänen, die so oder so niemals eintreffen werden“, sagt der Experte. „Viel wichtiger ist, dass bei neuen Erkenntnissen, sprich Abweichungen von den ursprünglichen Plänen, das Team handlungswillig und handlungsfähig ist.“

Anastasia Hofmann, Mitgründerin des Start-ups Kitro aus der Schweiz, hat sich dieser Herausforderung gestellt und resümiert kurz darauf: „Durch das Speeddating war es möglich, den Investoren auf einer persönlicheren Ebene zu begegnen. Die Fragen waren zahlreich und sehr interessant, so dass die vorgegebenen acht Minuten meistens zu schnell vorbei waren.“ Ihr Unternehmen, das sie gemeinsam mit Naomi MacKenzie gegründet hat, bietet der Gastronomie und dem Lebensmittelhandel eine vollautomatisierte Hard- und Softwarelösung an, um die Verschwendung von Nahrung zu reduzieren. Beim Demo Day in München präsentierten sich Hofmann und ihre Accelerator-Mitstreiter aber nicht nur am Nachmittag, sondern auch beim großen Bühnenpitch am Abend vor mehr als 100 Investoren.

Skalierbare Lösungen sind gefragt

Drei Monate lang haben die Start-ups intensiv an ihren Geschäftsmodellen und Pilotentwicklungen gefeilt. Rund 120.000 Euro als Funding sowie ein großes Mentoren-Netzwerk werden ihnen im Metro Accelerator zur Verfügung gestellt. Kein Wunder, dass es auch diesmal im Vorfeld wieder hunderte Bewerbungen gab.

Metro wird künftig noch stärker neue digitale Lösungen für Gastronomie und Handel in den Fokus rücken. Metro-Chef Olaf Koch hat in München ankündigt, dass das Unternehmen die Plattform „Digital Club“ ins Leben ruft, um Restaurants, Hotels und Caterer international zu digitalisieren. Denn aktuell nutzen die meisten Gastronomen praktisch keine digitalen Lösungen, obwohl die technische Entwicklung in diesem Segment inzwischen rasant zugenommen hat. Oft fehle bereits eine eigene Website, sagt Koch.

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