Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche tritt heute das Team von Adivo, Kathrin Ladetzki-Baehs und Markus Waldhuber, an. Sie bauen eine Pharma-Pipeline für Haustiere auf. Wie urteilt Investor Florian Heinemann?

Eine halbe Minute mit Investor Florian Heinemann im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Immer mehr Menschen behandeln ihre Haustiere wie Familienmitglieder. Wird ein Tiere krank, gibt es aber viel weniger Therapien als beim Menschen, obwohl die Leiden ähnlich sind. Wir entwickeln nun Medikamente für Tiere, artenspezifische therapeutische Antikörper, mit denen sich etwa Krebs und Entzündungen behandeln lassen. Wir haben hierzu eine Bibliothek gentechnisch hergestellter Antikörper aufgebaut, aus denen sich verschiedenste Medikamente entwickeln lassen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Wir arbeiteten beide als Wissenschaftler in einer Biotechfirma, die auf diese Weise Medikamente für  Menschen entwickelt. Als Kathrins Hund Cäsar das zweite Mal Krebs bekam, stellten wir uns die Frage: Warum gibt es das nicht für Tiere?

Und wie verdient ihr damit Geld?
Unsere Bibliothek ist eine Plattform, mit der man viele Medikamente parallel entwickeln kann. Wir  können nun im Auftrag von Pharmafirmen spezifische Therapien kreieren. Zugleich entwickeln wir aber auch in Eigeninitiative Medikamente, die wir später an die Unternehmen auslizenzieren.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …unser Team schwärmt für Tiere, in dem Sinne sind wir nerdig. Um komplexe Medikamente zu entwickeln, muss man zudem Perfektionist sein.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Markus ist der einzige Mann, bekommt nur vom Hund Cäsar Verstärkung. Unsere Branche ist eher frauenlastig.

Was war euer größter Rückschlag?
Nachdem klar war, dass wir unsere alten Jobs verlassen, stellte sich heraus, dass wir unseren zweiten Investor ersetzen mussten. Am Ende hat das aber gut geklappt.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann wollen wir unser erstes Medikament kurz vor der Markteinführung haben. Therapien für Tiere  lassen sich zwar schneller entwickeln als für Menschen, es dauert aber trotzdem Jahre.

Fakten zum Start-up

Finanzierung: Wagniskapital und Privatinvestment
Gründung:  2018, Martinsried bei München
Mitarbeiter: weniger als 10

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 4/5

Urteil: „Die Idee ist toll. Leider dauert es bis zur Zulassung eines Medikaments sehr lang, sodass das Geschäft ohne absehbare kommerzielle Erfolge in den nächsten Jahren durchfinanziert werden muss“

Florian Heinemann, Partner der Wagniskapitalfirma Project A und früherer Geschäftsführer bei Rocket Internet

Ihr seid ein erfolgreiches Start-up? Bewerbt euch über innovation@wiwo.de.