Acellere-Gründer Vishal Rai will jeden Programmierer zum Superprogrammierer machen. Wir fragen nach: Mit welchem Code schreibt man Gewinn?

Der Elevator Pitch ist die wichtigste Disziplin für Gründer: Schnell und souverän müssen sie Investoren von ihrer Geschäftsidee überzeugen – ihnen zeigen, warum sie die Größten sind. In unserer Serie „Start-up der Woche” proben sie schon mal. Heute: Vishal Rai von der Software-Entwicklungsfirma und Analytics-Plattform Acellere.

Eine halbe Minute mit Oliver Samwer im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Ich pitche lieber gleich bei Elon Musk: In all seinen Projekten ist die Software das schwächste Glied, da sie superkomplex ist. Wir können ihm helfen – mit einer Software, die jedem Programmierer hilft, wie ein Superprogrammierer zu arbeiten. Eine Art Autokorrektur für Code. In die Entwicklungsarbeit führender Autobauer und Zulieferer, wie Continental und Valeo, sind wir schon eingebunden.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Als Europachef des indischen IT-Dienstleisters Infosys habe ich 80 Prozent meiner Zeit damit verbracht, mich bei Kunden zu entschuldigen, weil Softwareprojekte schiefgegangen sind. Nach einem solchen Treffen hatte ich die Idee.

Wann ist euch das letzte Mal das Geld ausgegangen – und wie habt ihr überlebt?
Wir sehen die Klippe alle sechs Monate. Aber wir holen dann immer wieder Geld mit eher unspektakulären Diensten rein: Wir prüfen für Kunden kritische Software. Nun wollen wir die Autokorrektur für Programmzeilen zu unserem eigentlichen Produkt machen – und so im nächsten Jahr erstmals Gewinn.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …
Mich inspiriert SpaceX und wie das Unternehmen einfach so die Raumfahrt revolutioniert.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Unsere 40 Mitarbeiter kommen aus drei Nationen und sind zu 60 Prozent Männer, zu 40 Prozent Frauen.

Was war euer größter Rückschlag?
Einer unserer größten Kunden war der Ölkonzern Schlumberger. Als der Ölpreis fiel, brach die Hälfte unseres Geschäfts weg.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Da gehören wir zu den drei wichtigsten Software-Tool-Unternehmen der Welt.

Fakten zum Start-up
Zahl der Kunden: 9 Konzerne, darunter Valeo, Continental und PwC.
Gründung: 2009
Mitarbeiter: 40
Finanzierung: Eigenmittel. Jetzt steht die erste Finanzierungsrunde bevor.