Die Osterferien stehen vor der Tür und die Kinder wollen etwas erleben. Zwei Wochen zu Oma und Opa? Start-ups präsentieren Alternativen für Jugendliche.

„Wir waren früher selbst im Ferienlager und wissen dadurch, was man besser machen kann“, sagt Toralf Ließneck. Der Berliner ist Mitgründer von Juvigo, einem Berliner Online-Portal, das Reisen für Kinder und Jugendliche zwischen sechs und achtzehn Jahren anbietet, darunter Sprachkurse, Ferien auf dem Ponyhof oder Sportcamps. Juvigo gibt erst seit Dezember und das Team ist gespannt, ob ihr Geschäftsmodell aufgehen wird – die erste Reise-Saison steht mit den Osterferien vor der Tür. Toralf Ließneck jedenfalls hofft, mit dieser Nische einen Platz neben den bereits etablierten Veranstaltern in der heiß umkämpften Tourismus-Branche zu finden.

„Eine Reise kann man nicht umtauschen“

Dazu soll auch beitragen, dass hinter Juvigo mehr steckt, als die reine Vermittlung von Reisen: Das Start-up bietet den Jugendlichen und ihren Eltern vor Urlaubsbeginn eine kostenlose Beratung an und es gibt einen Pädagogischen Beirat, der die Angebote prüft, bevor sie auf dem Portal landen. „Das Besondere an unserem Produkt ist, dass man es nicht zurückgeben oder umtauschen kann. Also wollen wir einen guten Service anbieten, denn das Vertrauen der Familien ist sehr wichtig für das Geschäft“, sagt Mitgründer Kai Künne.

Auch in einem weiteren Punkt hebt sich das Start-up von anderen Jugendreise-Portalen ab: Zukünftig bietet Juvigo nicht nur Klassenfahrten und Privatreisen an, sondern will auch Unternehmen mit ins Boot holen, um den Nachwuchs der Mitarbeiter zusammen in die Ferien zu schicken.

Mit dieser Idee scheinen die Berliner Gründer einen USP in der Reise-Branche entdeckt zu haben – besonders bei den familienfreundlichen Unternehmen stoße das Angebot auf Interesse, so die Gründer.

Es läuft – auch ohne Fremdkapital

Der Anfang scheint gemacht und das, obwohl die Seite ohne Fremdkapital aufgebaut wurde. „Wir hatten 2200 Euro Startkapital, das hat funktioniert, weil wir zu Beginn noch niemanden beschäftigen mussten und alles selbst gestemmt haben. Das macht uns stolz“, erzählt Kai Künne.

Aber natürlich möchte das junge Team schnell wachsen, wenn aus dem Prototyp das fertige Produkt geworden ist. Es schließt nicht aus in dieser entscheidenden Phase mit Investoren ins Gespräch zu kommen.

Ebenfalls neu auf dem Markt ist der im Februar 2015 gegründete Reiseveranstalter Easysummer Jugendreisen. Die Konkurrenz der anderen zahlreichen Jugendreise-Anbieter fürchtet Gründer und Geschäftsführer Marc Irmer nicht: „Es gibt schon einige etablierte Unternehmen in dem Marktsegment. Aber wir sind jung, wir sind dynamisch und wir bringen ein anderes Verständnis bei der Programmierung und IT mit. Und das ist der Punkt, wo wir angreifen.“

Der nächste große Schritt steht schon kurz bevor: Easysummer Jugendreisen will in Zukunft nicht mehr nur Jugendreisen auf dem deutschen Markt, sondern auch in der Schweiz und Österreich anbieten.