Das Start-up 5Analytics arbeitet an Software, die Computer intelligenter machen soll. Dafür schießen mehrere Investoren Geld nach.

Drei Gründer aus Köngen bei Stuttgart wollen Tech-Giganten wie Google und Microsoft angreifen und erhalten dafür eine Finanzspritze in Höhe von 800 000 Euro. An der Folgefinanzierungsrunde beteiligen sich der High-Tech Gründerfonds, die MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg mit ihrem Seedfonds BW sowie Wayra, die Start-up-Einheit der Telekommunikationsfirma Telefónica.

5Analytics entwickelt Software für Unternehmen, die künstliche Intelligenz in ihren Prozessen nutzen wollen. Dafür stellen Firmenkunden historische Daten zur Verfügung, die auf einer Plattform analysiert werden. Die Erkenntnisse daraus verleihen Computern am Ende die Fähigkeit, bestimmte Entscheidungen automatisch zu treffen. Mögliche Anwender sind produzierende Betriebe, die Ausfallzeiten ihrer Maschinen oder Produktfehler reduzieren wollen. Zu den Kunden gehören nach Unternehmensangaben auch der Chemie-Konzern Merck und Autohersteller VW.

Das frische Geld soll dem Start-up dabei helfen, seine Technologie weiterzuentwickeln. Außerdem planen die Gründer nach eigenen Angaben, die Organisation auszubauen, international zu expandieren und neues Personal einzustellen. 5Analytics beschäftigt derzeit 14 Mitarbeiter an den Standorten Stuttgart und Düsseldorf und arbeitet seit August 2016 unter dem Dach eines Accelerator-Programms der Telefónica-Investmentgesellschaft Wayra.

Komplexe Algorithmen sind nicht das Problem

„Die Zusammenarbeit mit Telefónica, unserem ersten großen Kunden, hat uns in der Startphase enorm geholfen“, wird Operations Director Stefan Soehnle in einer Pressemitteilung zitiert. „Das gilt es jetzt auf neue Kunden zu übertragen.“ Ziel des Vorzeigeprojektes sei es gewesen, Marktdaten in Echtzeit verfügbar zu machen. Thorsten Kühlmeyer, der bei Telefónica Deutschland Geschäftsanalyse und künstliche Intelligenz verantwortet, sieht die größte Herausforderung bei der Anwendung von künstlicher Intelligenz nicht in der Komplexität von Algorithmen, sondern in der Automatisierung von Entscheidungen: „Für automatisierte digitale Prozesse bedarf es automatisierter Ergebnisse.“

Die Start-up-Einheit Wayra sucht für Telefónica außerdem nach interessanten Deals aus dem sogenannten Internet of Things und aus der Welt der Cybersicherheit. Nach eigenen Angaben hat Wayra von München aus bislang 38 junge Firmen gefördert. Weitere Standorte liegen in Madrid, Barcelona und London.

Wayra ist nicht allein mit dem Fokus auf künstliche Intelligenz. Europaweit kündigen sich für die kommenden Monate laut einer Analyse der Beratungsfirma KPMG verstärkt Investitionen in neue Technologien an. Auch die Bereiche „Virtual Reality“ und „Augmented Reality“ stünden bei Investoren aktuell hoch im Kurs.