Das Starnberger Start-up will mit transparenten Tarifen für Ökostrom und Gas punkten – und rechnet sich gute Chancen auf einem hart umkämpften Markt aus.

Mit einem innovativen Tarifmodell und digitalen Services will 4hundred den Energiemarkt aufmischen. Gegründet Anfang 2017, hat das Starnberger Start-up nun eine Anschubfinanzierung von 600.000 Euro erhalten. Das Geld, das nicht genannte Business Angels aus Großbritannien und Deutschland stellen, soll vor allem in das Marketing fließen, heißt es in einer Pressemitteilung. Demnach beziehen bereits 1.500 Kunden Ökostrom oder Gas über das Unternehmen – der Startschuss fiel im September.

Das Start-up ist auf einem hart umkämpften Markt tätig: Laut dem Vergleichsportal Stromauskunft.de gibt es aktuell mehr als 1.170 Stromanbieter mit über 12.000 Tarifen. Von der Masse abheben will sich 4hundred mit seinem Tarifmodell: Kunden zahlen nur die tatsächlichen Energiekosten, also den Einkaufspreis des Unternehmens, zuzüglich monatlichen Servicegebühr von jeweils acht Euro für Strom und Gas. Ist der Verbrauch geringer als gedacht, wird Guthaben aus den Abschlagszahlungen mit vier Prozent verzinst (daher auch der Name 4hundreds).

Wechselscheue Kunden

„Wir haben ein Produkt entwickelt, bei dem alle Kunden gleich fair behandelt werden und genau wissen, wie viel sie für ihre Energie zahlen – ohne teure Lockangebote, Vertragsbindung und Mindestlaufzeit“, sagt Andrew Mack, der das Start-up zusammen mit Ilona Ludewig gegründet hatte. 4hundred setzt zudem auf digitale Prozesse: Angefangen beim Anbieterwechsel sollen Kunden ihren Vertrag komplett per Smartphone verwalten. Ende des Monats soll zudem eine Online-Community starten, in der sich Nutzer austauschen können.

Der unübersichtliche Energiemarkt lockt immer wieder Gründer. Denn so vielfältig das Angebot bereits ist – immer noch beziehen laut der Bundesnetzagentur 15,1 Millionen Privathaushalte Strom und Gas noch von Regionalversorgern mit Standardtarifen. Zu den Newcomern gehört beispielsweise auch Fresh Energy. Das Berliner Start-up will sich als komplett digitaler Energieversorger etablieren und war mit einer Anschubfinanzierung von Innogy im vergangenen Jahr gestartet.