Der Versicherungskonzern verzichtet künftig darauf, junge Start-ups mit zu entwickeln. Der Fokus für Investments wird noch einmal genauer definiert.

„We will be back shortly“: Diesen Hinweis finden Besucher aktuell auf der ansonsten recht kargen Homepage des Start-up-Ablegers von Deutschlands größtem Versicherungskonzern, Allianz X. Die erst im Sommer 2016 gegründete Einheit baut um, wie sie heute bekanntgeben hat. Gestartet war sie ursprünglich als Company Builder – damit ist jetzt Schluss: „Der Aufbau neuer Unternehmen in einer frühen Entwicklungsphase wird aufgegeben“, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns.

Stattdessen soll Allianz X jetzt als „strategische Investmentgesellschaft für digitale Themen“ auftreten. „Dieser soll unseren breiter angelegten Auftrag unterstützen, Innovation in das Kerngeschäft der Allianz bringen, um durchgängig digital zu werden“, sagt Solmaz Altin, Chief Digital Officer des Versicherungskonzerns.

Fünf Felder im Fokus

Fünf Themenfelder hat die Assekuranz dafür identifziert: Mobilität, vernetzte Gebäude und vernetzte Gesundheit, Vermögensmanagement und Altersvorsorge und das Paket Datenintelligenz und Internetsicherheit. In diese Richtung zielte bereits die Beteiligung der Allianz an dem Versicherungs-Start-up Lemonade, die im April dieses Jahres verkündet wurde. Im Februar hatte Allianz X zudem die Ausgründung der Autoverkaufsplattform Abracar bekanntgegeben.

Die neu ausgerichtete Allianz X wird Nazum Cetin, der erst im August zum Team gestoßen ist, alleine leiten. Der vorherige Chef Peter Borchers, der vom Deutsche-Telekom-Inkubator Hubraum zur Allianz gewechselt war, verlässt das Unternehmen.

Die Allianz reiht sich mit diesen Nachrichten ein in eine ganze Reihe von börsennotierten Konzernen, die kürzlich ihr Start-up-Unterstützung neu ausgerichtet haben. Gestern erst startete Vodafone umgebautes Programm Uplift, vor wenigen Tagen hatten Telefónica und Axel Springer neue Ziele für ihre Acceleratoren angekündigt.