Start-up trifft Mittelstand und Konzern: Die Factory Berlin erweitert sich – und legt an Quadratmetern in einem umkämpften Markt zu.

Udo Schloemer ist sich sicher: „Jedes Unternehmen, egal ob Old oder New Economy wird künftig von den besten Ideen und innovativsten Köpfen abhängig sein. Und auf die trifft man in Berlin“, sagte der Gründer der Factory Berlin vor drei Monaten im Interview mit WiWo Gründer. Jetzt will er den Raum für solche Zusammenkünfte noch einmal deutlich erweitern: Bis Ende des Jahres soll ein zweiter Standort des „Clubhauses für Start-ups“ entstehen – auf 14.000 Quadratmeter sollen nach Fertigstellung bis zu 1000 Mitglieder gleichzeitig arbeiten können.

Am ersten Standort, ebenfalls in Berlin, sind nach eigenen Angaben bereits 1000 Mitglieder registriert. Start-ups müssen sich für einen Platz in der Factory Berlin bewerben, sollen dann aber für einen geringen Mitgliedsbeitrag die Räume und Angebote nutzen können – inklusive Bibliothek, Werkstatt mit 3D-Druckern und Bällebad. Für wichtige Einnahmen sorgen am bisherigen Standort bereits Konzerne, die sich zum Beispiel mit Innovationsabteilungen nah an den Start-ups eingemietet haben. Die Factory Berlin nennt unter anderem Schaeffler, Ergo und die Deutsche Bank.

Kampf um Quadratmeter und Mieter

Für den neuen Standort hat sich unter anderem die neu gegründete Unternehmer-Hochschule Code angekündigt, die kürzlich staatlich anerkannt wurde. Auch ein neuer Digital Hub der Bundesregierung mit dem Schwerpunkt „Internet of Things“ soll an der neuen Adresse einziehen.

Mit dem grundsätzlichen Modell, Raum für das Zusammentreffen von jüngeren und erfahreneren Unternehmen und Unternehmern zu schaffen, ist die Factory Berlin keineswegs alleine. Anbieter von Coworking-Spaces werben intensiv um Büroflächen und Mieter. Konkurrent Rent24 hat gestern erst die Eröffnung eines neuen Standortes in Berlin mit 600 Arbeitsplätzen gefeiert. Mit großer internationaler Marktmacht drängt zudem der Anbieter WeWork nach Deutschland. Im Interview tat Schloemer den amerikanischen Angreifer jedoch ab: „Sie vermieten Schreibtische und die Community ist ein Marketing-Instrument. Hier in der Factory ist es anders: Bei uns steht ganz klar die Community im Fokus.“