Mit ihren Bio-Kartoffelchips machten Ebru und Erol Kaynak den Löwen Appetit. Drei zeigten Interesse, aber nur einer bekam den Zuschlag.

Chips sind lecker, aber ungesund. „Stimmt nicht“, sagen Ebru und Erol Kaynak, „bewusste und genussvolle Ernährung gehen sehr wohl zusammen.“
Mit ihrem Start-up My Chipsbox wollen sie den Markt umkrempeln und bieten Bio-Kartoffelchips aus der Box, in Kombination mit luftgetrocknetem Gemüse wie Wirsing, Rote Beete und Zucchini. Alles ohne Geschmacksverstärker und künstliche Aromen, vegan und glutenfrei.

„Sehr lecker und ein gutes Konzept“, befanden die Löwen nach dem Geschmackstest und gleich drei von ihnen machten den jungen Unternehmern ein Angebot. Warum sich das Ehepaar am Ende für ihre geheimen Favoriten entschieden hat und welche Märkte sie mit ihren gesunden Snacks erobern wollen, erzählen sie im Interview.

Eine Lebensmitteltechnikerin und ein Investmentbanker gründen zusammen ein Start-up für Bio-Chips – wie kam es dazu?
Wir standen eines Tages vor dem Chips-Regal im Supermarkt und wussten nicht, welches Produkt wir kaufen sollten, obwohl wir richtig Lust auf Chips hatten: Keine wirkliche Innovation war unter den Angeboten, die Zutatenlisten waren voll mit künstlichen Aromen und Geschmacksverstärkern, von natürlichen Zutaten und Bio keine Spur.
Uns fiel auf, dass wichtige Trends seitens der Verbraucher – also der Fokus auf bewusste Ernährung, biologische und hochwertigen Zutaten und der Wunsch nach Exklusivität – kaum bis gar nicht berücksichtigt werden. Unzufrieden darüber haben wir unsere eigene Kartoffelchips-Manufaktur gegründet. Als Expertin für Lebensmittel in einem bekannten Großkonzern und als studierter Betriebswirtschaftler bringen wir auch die entsprechenden Fähigkeiten mit, so dass es einfach passte.

Sie haben anfangs parallel zum Aufbau des Start-ups in Ihren alten Berufen gearbeitet und konzentrieren sich mittlerweile vollständig auf Ihr Unternehmen – wie waren die Reaktionen auf Ihre Kündigungen?
Es war schon ein großer Schritt: Auch wenn es keiner direkt gesagt hat, gab es sicherlich den einen oder anderen, der diese Entscheidung belächelte oder eher kritisch sah. Dieses Feedback bekamen wir auch zu Beginn von zahlreichen möglichen Lieferanten für Rohware und Verpackung, die uns alle abraten wollten, weil sie skeptisch waren, ob sich eine kleine Manufaktur gegen Riesenkonzerne behaupten kann. Davon darf man sich natürlich nicht beeinflussen lassen. Wir standen und stehen jederzeit hundertprozentig hinter unserer Idee, sind vom nachhaltigen Erfolg überzeugt und davon, dass die Kunden genau auf ein Produkt wie unseres gewartet haben.

Wen hatten Sie sich im Vorfeld als Investor gewünscht und mit wessen Interesse hatten Sie gerechnet?
Da wir auf E-Commerce und viel mehr noch auf den Handel fokussiert sind, kamen für uns im Endeffekt nur die drei Löwen in Frage, die auch ein Angebot abgegeben haben. Bei Herrn Schweizer dagegen waren wir uns nicht sicher, ob ein Kartoffelchips-Produkt zu seinen Ernährungsgewohnheiten passt.